Konzerthaus: nachhaltiger, effizienter und wirtschaftlicher Technologiemix

In der Sitzung der Konzerthaus-Kommission am 10. Juli wurde der Stand der vorläufigen Entwurfsplanung weitreichend öffentlich präsentiert. 

In diesem Rahmen erfolgte eine Berichterstattung über die Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich von nachhaltigen Umweltauswirkungen. Dabei stellt es einen großen Verlust dar, dass im Zuge des Neubaus der Konzerthauses 82 wertvolle Bäume, teilweise mit einem sehr beachtlichen Stammumfang zwischen 150 und 250 Zentimetern, gefällt werden müssen. Wir begrüßen daher die geplante Ausgleichspflanzung von bis 242 Bäumen – und somit einer Verdopplung der ursprünglich ermittelten Anzahl von 121 Bäumen – sehr. Dennoch sind wir der Auffassung, dass der große und auch bereits versiegelte Parkplatz, der östlich der Meistersingerhalle liegt, der geeignetere Standort für ein Konzerthaus in der geplanten Dimension und Komplexität ist – insbesondere im Hinblick auf den Schutz von Umwelt, Bäumen, Fauna und Habitat.  

Da die rechtsverbindliche Einleitung des Bebauungsplans Nr. 4160 stattgefunden hat und das Vorhaben bereits sehr weit fortgeschritten ist, möchten wir daher auf die zukünftigen Planungsphasen einwirken und konstruktive, nachhaltige Vorschläge unterbreiten. 

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgenden Antrag:

Neben der geplanten Photovoltaikanlage, Dachbegrünung und Grundwassernutzung prüft die Stadt folgende Ansätze für eine nachhaltig wirtschaftliche Anlagen- Konfiguration hinsichtlich eines qualitativen, wirtschaftlichen und effizienten Technologiemix:

  • Einbau einer Regenwassernutzungsanlage zur Verwendung in WC und Urinalen. Mit einer getrennten Führung von Entwässerungsleitungen zu den Waschtischen in den WC-Vorräumen ließe sich zudem das hier anfallende Schmutzwasser ebenfalls für die Spülung wiederverwenden.
  • Planung und Aufbau der gesamten gebäudetechnischen Einrichtung auf Basis einer grundlegenden Berechnung der Heiz- und Kühllast und einer zukunftssicheren Technologie, mindestens unter Verwendung einer trivalenten Heizung (Heizen mit drei Energiequellen).
  • eine Betonkern- und Bauteil-Aktivierung, um anteilig die Grundlastkühlung und die Beheizung der Gebäude mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe abzudecken. 
  • Einbau eines Erdwärmetauschers, der die kostenfreie Energie aus dem Erdreich nutzt, um die Außenluft zu temperieren, bevor sie in das Lüftungskanalnetz eingeblasen wird.
  • zeitnahe Prüfung einer Kälteanlage oder einer Netzversorgung zur Abdeckung der Spitzenlast, um im Falle einer positiven Entscheidung den notwendigen Platz auf den Dachflächen berücksichtigen zu können.
  • Vorlage eines Regenwasserableitungskonzepts sowie Maßnahmen, um eine Versickerung des anfallenden Regenwassers im Areal gewährleisten zu können.

Ihr Ansprechpartner: Cengiz Sahin

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