Pressemitteilung // Critical Mass: Inakzeptables Vorgehen der Polizei

Gemeinsame Pressemitteilung Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nürnberg und Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Nürnberg

Am vergangenen Freitag hat die Polizei mit einem massiven Aufgebot und fragwürdigen Maßnahmen versucht Radfahrende daran zu hintern in einer Gruppe im Rahmen der sogenannten Critical Mass durch Nürnberg zu radeln. Die Nürnberger Grünen kritisieren das Vorgehen der Polizei und auch die Haltung der Stadt zur Critical Mass.

Der verkehrspolitische Sprecher Mike Bock der Grünen Stadtratsfraktion konnte Zeuge der überzogenen Maßnahmen der Polizei werden. So wurde mehreren Radfahrenden durch Polizeibeamte Luft aus den Reifen gelassen. Bock, der selbst vor Ort war und von dieser Maßnahme nur verschont blieb, weil er seine Kinder im Fahrradanhänger dabei hatte berichtet Folgendes: „Ich machte mit meinen Kindern zusammen mit 6 oder 7 weiteren Personen auf dem an den Radweg angrenzenden Gehweg eine kurze Pause als zwei Polizeibusse heranrauschten und den Radweg blockierten. Dass wir Räder dabei hatten war anscheinend Anlass genug für die Polizisten unsere Personalien aufzunehmen, uns die gemeinsame Weiterfahrt zu untersagen und von mehreren Fahrrädern die Luft abzulassen.“ Laut Bock behalten sich die betroffenen Personen vor, den Vorgang juristisch aufzuarbeiten.

Die Grünen wollen den Vorgang nun auch politisch aufarbeiten. In anderen Städten konnte die Critical Mass unbehelligt rollen, so wie es auch in Nürnberg bis vor wenigen Monaten der Fall war. Es ist offensichtlich, dass die massiven Maßnahmen politisch motiviert sind. „Der Oberbürgermeister muss klar stellen, ob er Nürnberg zu einer fahrradfreundlichen Kommune machen möchte und die Critical Mass als Auftrag dafür sieht, oder ob er mit Verboten versuchen will Kritik an der autogerechten Stadt zu unterbinden.“ findet Mike Bock.

Und Gisbert von Eyb, Kreisvorsitzender der Nürnberger Grünen fragt: „Herr Oberbürgermeister König, schaut so ihre Zusammenführung der Stadtgesellschaft aus, dass sie Menschen daran hindern wollen z. B. ihre Forderungen für mehr Fahrradwege zur Klimarettung in die Gesellschaft zu tragen?“

Im Netz geht aktuell ein Video viral, dass das Vorgehen der Polizei zeigt. Dies ruft auch schon Solidaritätsbekundungen hervor.

Obwohl die Polizei versucht hat Fahrradfahrer*innen daran zu hindern eine Critical Mass zu fahren, ist es entgegen anderer Informationen einer Gruppe von ca. 50 Personen gelungen sie durchzuführen. Die Corona-Abstandsregeln wurden dabei akribisch eingehalten. Es ging vorwiegend durch die Südstadt (mit einem Bad im Kanal) und dann über den Plärrer und nach einer Umrundung des Polizeipräsidiums auf die Wöhrder Wiese wo einige noch ein Bad in der Pegnitz nahmen.

„Auch wenn ich nicht daran glauben kann ist meine Hoffnung, dass sich die Stadtspitze besinnt und die Fahrradfahrer nicht als Gegner sondern als Verbündete für die Umsetzung der Verkehrswende sieht.“ so Mike Bock. Er wird Ende August wieder unterwegs sein, dann aber mit Luftpumpe und Ersatzventilen.

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