Die angespannte Haushaltslage zwingt die Stadt Nürnberg zu erheblichen Einsparungen. Auch im Kulturbereich drohen Kürzungen bis hin zur Schließung einzelner Einrichtungen. Dabei ist die vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Stadt. Sie schafft Orte der Begegnung, ermöglicht kulturelle Teilhabe und bereichert das Leben der Nürnberger:innen. Diese Vielfalt wollen wir auch in finanziell schwierigen Zeiten bestmöglich erhalten.
Dazu braucht es neben Einsparbemühungen auch neue Möglichkeiten, zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Eine davon ist die Einführung eines freiwilligen Solidartarifs für Kunst und Kultur. Besucher:innen sollen künftig beim Kauf einer Eintrittskarte freiwillig einen höheren Preis bezahlen können. So können alle, die es sich leisten können und möchten, einen persönlichen Beitrag zum Erhalt der Nürnberger Kulturlandschaft leisten.
Eine pauschale Erhöhung der Ticketpreise würde sozial benachteiligte Gruppen, Großfamilien oder Alleinerziehende unangemessen hoch betreffen und gegebenenfalls auch zur Minderung der kulturellen-sozialen Teilhabe bedeuten. Gleichzeitiggibt es auch in Nürnberg zahlungsstarke, kulturaffine Schichten und Gruppen, die fähig und vor allem bereit wären, für Kulturangebote mehr zu zahlen, dadurch Bewährtes zu erhalten oder Neues auszuprobieren.
Dieser freiwillige Mehrpreis soll möglichst in allen Nürnberger Kunst- und Kultureinrichtungen angeboten werden, einschließlich des Staatstheaters und der Stadtbibliothek. Auch bei kostenfreien Veranstaltungen sollen entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten geprüft werden.
Ein solcher Solidartarif wäre ein wichtiges Zeichen gelebter Solidarität: Alle Bürger:innen können sich am Erhalt unserer kulturellen Vielfalt beteiligen. Gleichzeitig können die zusätzlichen Einnahmen den städtischen Haushalt entlasten, den Druck zu starken Eintrittspreiserhöhungen verringern und helfen, Schließungen oder Einschränkungen kultureller Angebote zu vermeiden und kulturelle Teilhabe weiter zu ermöglichen. Denn Kunst und Kultur müssen auch künftig für alle Menschen zugänglich bleiben.
Wir stellen deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:
Die Verwaltung
- entwickelt ein erweitertes Ticketing-System zur möglichst flächendeckenden Einführung eines freiwilligen Solidartarifs in den Nürnberger Kunst- und Kultureinrichtungen, einschließlich des Staatstheaters. Der freiwillige Mehrpreis soll konkret beziffert und unkompliziert beim Ticketkauf angeboten werden,
- prüft den weiteren Roll-out des Konzepts in anderen Bereichen, bspw. bei kostenfreien Angeboten, Großveranstaltungen und Festivals, im Tiergarten usw.,
- evaluiert nach der Einführung die Nutzung des Solidartarifs und die dadurch erzielten zusätzlichen Einnahmen.

Ihre Ansprechpartnerin:
Natalie Keller

Ihre Ansprechpartnerin:
Réka Lörincz
