Die drei „Pavillons“ in Lila, Gelb und Grün errichtete Olaf Nicolai 2006 auf der Insel Schütt, als Teil des Kulturprogramms „Das Große Rasenstück“ zur Fußball-WM. Anders als viele Kunstwerke im öffentlichen Raum sind sie ausdrücklich zur Benutzung gedacht. Kinder und Jugendliche spielen dort Fußball und treffen sich, ohne Eintritt und ohne Konsumzwang.
Das Kunstwerk und die Fläche gehören der Stadt. Dennoch werden die Käfige seit Jahren im Frühjahr abgebaut, weil sie kommerziellen Veranstaltungen weichen müssen, und erst im Herbst wieder aufgestellt werden. Ein Stadtratsbeschluss dazu ist uns nicht bekannt. Der Abbau fällt in die Zeit, in der der Bedarf an Spiel- und Bewegungsflächen am größten ist. Freie Flächen für Ballspiel gibt es in der Innenstadt kaum. Zudem widerspricht der saisonale Abbau dem Charakter des Werks als frei zugänglichem Ort.
Öffentlicher Raum in der Innenstadt muss auch für Kinder und Jugendliche ohne Konsumzwang nutzbar sein. Der ganzjährige Erhalt der Pavillons stärkt das Begegnung und die Bewegungsmöglichkeiten junger Menschen. Zugleich bewahrt er ein Kunstwerk der Stadt, das Teil des Stadtbilds geworden ist.
Wir stellen deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:
Die Verwaltung
- ermöglicht als Eigentümerin der „Pavillons“ und der Fläche deren ganzjährigen Verbleib auf der Insel Schütt,
- legt dar, auf welcher Rechtsgrundlage (Stadtratsbeschluss, Verwaltungsentscheidung, Vertrag o. ä.) die Pavillons bisher jedes Jahr für Stadtstrand, Altstadtfest und andere Veranstaltungen abgebaut wurden und wer diese Entscheidung getroffen hat,
- berichtet, wie Ab- und Aufbau erfolgen, wie das Kunstwerk zwischenzeitlich gelagert wird und ob dabei Schäden entstehen,
- beziffert die jährlichen Kosten für Auf- und Abbau sowie Lagerung, ob die Stadt für die Zeit des Abbaus rechtlich oder fachlich (z. B. nach der Spielflächenplanung) zu Ersatzflächen für Ballspiel und Bewegung verpflichtet ist,
- prüft Alternativflächen für kommerzielle Veranstaltungen, die die Pavillons nicht beanspruchen, oder gleichwertige Ersatzflächen für Kinder und Jugendliche, falls ein Abbau unumgänglich ist.

Ihre Ansprechpartnerin:
Natalie Keller

Ihre Ansprechpartnerin:
Réka Lörincz
