Stadtübersicht Nürnbergs bei Schnee

Energiewende: klimapolitische Ziele im Dialog

Unser Erfolg in der Energie- und Wärmewende hängt maßgeblich von der Effizienz ab. Doch wodurch entsteht diese so notwendige Effizienz? In erster Linie durch eine gute Kommunikation zwischen den Menschen, die die Energiewende voranbringen und auf technischer Ebene durch das Energieversorgungsmanagement. Dies geschieht mittels erfolgsorientierter zyklischer Messungen, Regelungen, Steuerung und Erfassung von Ergebnissen. Nur so können wir unsere Klimaschutzziele erfolgreich erreichen.

Wie kommt die Energiewende bei der Stadt Nürnberg voran?

Für die Stadtverwaltung hat sich die Kommune die Klimaneutralität bis 2035 und für die Gesamtstadt für 2040 verordnet. Welche Fortschritte die Stadt dabei macht, wird im städtischen Energiebericht für kommunale Gebäude und Liegenschaften dokumentiert.

Für uns Stadträt:innen im Bau- und Vergabeausschuss ist der Energiebericht jedes Jahr eine spannende Sache: Hier erhalten wir ein zusammenfassendes Monitoring, das die Energie- und Wärmewende bei den 1.900 Gebäuden mit über 1,5 Mio. Quadratmetern unter die Lupe nimmt.

Im Hinblick auf rund 32 Mio. € Energiekosten für Wärme / Strom und 3,5 Mio. € für Wasser und Abwasserkosten, wird es umso interessanter, auf Basis des Energieberichts eine Hochrechnung aufzustellen, in der die städtischen Liegenschaften im gesamtstädtischen Kontext verglichen werden. 

Wenn man allein die anteiligen Kosten betrachtet, ist relativ schnell erkennbar, dass wir in vielen Gebäuden in der Stadt den Energieverbrauch noch deutlich reduzieren müssen. Für die Gesamtstadt fehlen im Einzelnen diese aussagekräftige Grundlagen und ein kompaktes Monitoring noch, um daraus Prioritäten und einen Maßnahmenkatalog abzuleiten. 

Was bedeutet das für Nürnberg?

Die Verwaltung hat eine wichtige Vorreiterrolle und kann damit positiv in die Stadtgesellschaft hineinwirken, damit so alle in diesem Prozess mitgenommen werden. 

Großes Potenzial sehen wir beim Photovoltaikausbau. An der städtischen PV-Strategie muss festgehalten und diese weiter ausgebaut werden. In der gesamten Stadt sind hierfür stabile Netzverteilungen aufzubauen und im öffentlichen Raum lokale Speichertechnologien vorzusehen. Damit soll dann die so erzeugte, regenerative Energie effizienter genutzt werden können.

Im Hinblick auf die kommunale Wärmeplanung ist ein weiteres Ziel, dass unsere Fernwärme neben der Dekarbonisierung „niedertemperaturfähig“ wird, also mit einer Temperatur von deutlich unter 90 Grad Celsius auskommt (aktuell sind es 120 Grad Celsius). Doch dafür müssen auch die ineffizienten Gebäuden ausreichend saniert und die zugänglichen Leitungen gut isoliert sein. Kurzum, es braucht eine Sanierungsoffensive, bei der Bauphysik und Energieversorgung miteinander wirtschaftlich verknüpft und somit in einer gesunden Kommunikation stehen. 

Die strategische Herangehensweise ist die Reduzierung von Energieverbräuchen des Gebäudebestands auf das maximal Machbare. Die Energieeffizienzklassen der ineffizientesten Gebäude müssen hierfür Schritt für Schritt, auf die einzelnen Stadtteile konzentriert, verbessert werden. Nur so können die Netzverteilungen im Einzelnen niedertemperaturfähig werden und zwar hydraulisch und versorgungssicher.

Energieeffizienz bedeutet letztendlich die Reduktion der laufenden Betriebskosten sowie des Ressourcenverbrauchs. Die beste Energie ist die, die nicht benötigt wird! 

Gerade wenn es um die angestrebte Klimaneutralität der Gesamtstadt bis spätestens zum Jahr 2040 geht, lohnt es sich auch als Bürger:in, einen Blick in den Energiebericht zu werfen, um einen Überblick über die bisherigen Erfolge, die weiteren Planungen und deren Umsetzungen zu erhalten. Wir sind auf einem guten Weg – gehen Sie mit, packen wir es gemeinsam an. 

Stadtrat Cengiz Sahin

Ihr Ansprechpartner:
Cengiz Sahin