Gem. Antrag: Benennung einer Straße in der Nähe des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland

Straßenschild, auf dem Nora-Pfeffer-Straße steht
Hans-Joerg Keller/Unsplash (bearbeitet)

In Nürnberg entsteht demnächst in der Antalyastraße der Neubau des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR). Das BKDR existiert seit 2019 in Nürnberg und ist ein zentraler kultureller und gesellschaftlicher Anlaufpunkt für die große russlanddeutsche Community in Nürnberg und Bayern. Rund 40.000 Menschen in Nürnberg haben einen russlanddeutschen Hintergrund, was acht Prozent der Bevölkerung unserer Stadt entspricht. Die Deutschen aus Russland prägen seit Jahrzehnten das kulturelle Leben, die Wirtschaft, Vereine und soziale Strukturen sowie das gesellschaftliche Miteinander Nürnbergs.

Die Errichtung des BKDR als landesweite Institution unterstreicht diese besondere historische Beziehung. Eine Straßenbenennung im Umfeld des neuen Zentrums schafft eine symbolische und dauerhafte Verbindung zwischen Stadtgesellschaft und der Geschichte der Deutschen aus Russland. Die Würdigung russlanddeutscher Persönlichkeiten ist ein wichtiges Signal der Anerkennung und Sichtbarkeit und stärkt Nürnbergs Ruf als weltoffene, diverse und kulturpolitisch aktive Stadt.

Nach aktuellem Kenntnisstand existieren in Deutschland keine Straßen, die nach diesen Persönlichkeiten benannt sind. Nürnberg könnte daher eine Vorreiterrolle einnehmen und ein sichtbares Zeichen für kulturelle Vielfalt und historische Verantwortung setzen.

Hierfür schlagen wir folgende Persönlichkeiten vor:

  • Nora Pfeffer als eine der wichtigstenrusslanddeutschen Autorinnen der Nachkriegszeit. Nach ihr ist auch der „Nora-Pfeffer-Literaturpreis“ benannt, den das BKDR zweijährig verleiht.
  • Swjatoslaw Richter als einer der bedeutendsten, weltweit anerkannten Pianisten des 20. Jahrhunderts.
  • Alfred Schnittke, ein weltweit geschätzter Komponist der Moderne.
  • Anna German, sie ist eine berühmte Sängerin und Komponistin, die eng mit der russlanddeutschen Geschichte verbunden ist.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

Die Verwaltung

  •  prüft die Benennung einer Straße oder eines Platzes –prioritär nach Nora Pfeffer – in der Nähe des neuen Standortes des BKDR in der Antalyastraße.

Falls dies nicht möglich ist, sollen alternativ die Namen „Swjatoslaw-Richter-Straße“, „Alfred-Schnittke-Straße“ oder „Anna-German-Straße“ geprüft werden, auch über das nähere örtliche Umfeld des neuen BKDR hinaus. Die Verwaltung wird weiterhin beauftragt, dem Stadtrat einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten.

Stadträtin Natalie Keller

Ihre Ansprechpartnerin:
Natalie Keller