Wasservernebler für ein kühleres Nürnberg

Zwei Menschen strecken die nackten Beine in ein Schwimmbecken.
Carlos Felipe Vericat Sanz / Unsplash

Infolge des menschengemachten Klimawandels wird Nürnberg immer häufiger von längeren und intensiveren Hitzewellen getroffen. Besonders in dicht bebauten und stark versiegelten Bereichen entstehen Hitzeinseln, die sich auch nachts kaum abkühlen. Dies beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität und damit auch den örtlichen Einzelhandel und die Gastronomie erheblich. Insbesondere für ältere, erkrankte und andere vulnerable Menschen stellt die Hitze zudem ein ernstes Gesundheitsrisiko dar.

Der 2022 beschlossene Hitzeaktionsplan nennt neben Entsiegelung, Begrünung, zusätzlichen Bäumen und Trinkbrunnen auch Wasservernebler als mögliche Maßnahme zur Hitzevorsorge. Gerade dort, wo Baumpflanzungen aufgrund von Leitungen, U-Bahn-Bauwerken, Rettungswegen, Veranstaltungsflächen oder anderen baulichen Zwängen nicht oder nur eingeschränkt möglich sind, können Wasservernebler durch Verdunstungskälte die gefühlte Temperatur senken und öffentliche Räume auch bei großer Hitze besser nutzbar machen.

Andere Städte wie Wien, Valencia und neuerdings auch Fürth zeigen, wie solche Anlagen erfolgreich eingesetzt werden können. Auch der jüngst vom Umweltreferat angeschaffte mobile Wasservernebler der Stadt Nürnberg wurde bei mehreren Stadtteilfesten von vielen Bürger:innen sehr positiv aufgenommen. Nun gilt es, erneut geeignete dauerhafte Standorte zu prüfen und zugleich weitere mobile Einsatzmöglichkeiten zu schaffen.

Ein sparsamer und verantwortungsvoller Umgang mit Wasser bleibt dabei selbstverständlich unverzichtbar. Der Verbrauch von Wasserverneblern muss transparent ermittelt und ökologisch abgewogen werden. Dabei sind jedoch auch andere große Wasserverbräuche in den Blick zu nehmen, etwa die Bewässerung ökologisch wenig wertvoller Rasenflächen, private Pools oder vergleichbare Nutzungen. Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und zur Sicherung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum müssen bei einer gesamtstädtischen Priorisierung des Wasserverbrauchs angemessen berücksichtigt werden.

Als mögliche Standorte kommen aufgrund anstehender Umbaumaßnahmen insbesondere die Königstraße, der Melanchthonplatz sowie die Haltestellen am Plärrer und am Aufseßplatz in Betracht. Darüber hinaus sollten beispielsweise auch der Rathenauplatz und Plätze vor den städtischen Kulturläden in den Stadtteilen geprüft werden.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

Die Verwaltung prüft,

  • an welchen stark frequentierten Fußgängerzonen, Plätzen, ÖPNV-Haltestellen und städtischen Kulturläden dauerhafte Wasservernebler eingerichtet werden können,
  • wie Wasservernebler bei anstehenden Umgestaltungen, insbesondere in der Königstraße sowie an den Haltestellen am Plärrer und am Aufseßplatz, berücksichtigt werden können,
  • wie hierbei ein möglichst sparsamer und ökologisch verantwortungsvoller Wasserverbrauch in Nürnberg sichergestellt werden kann;
  • die Anschaffung zusätzlicher mobile Wasservernebler für Veranstaltungen, Kirchweihen und Stadtteilfeste.
Stadtrat Alexander Kahl

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Stadträtin Andrea Friedel, stellv. Fraktionsvorsitzende

Ihre Ansprechpartnerin:
Andrea Friedel