PM: Nach Hitzekollaps der Straßenbahn: Grüne fordern konkrete Maßnahmen für einen klimafitten Nahverkehr

Eine Straßenbahn fährt durch Nürnberg
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Nach der vollständigen Einstellung des Nürnberger Straßenbahnbetriebs am 27. Juni fordert die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen – Volt konkrete Konsequenzen. Im Stadtrat beantragt die Fraktion einen Bericht zu den Ursachen des Ausfalls, kurzfristige Maßnahmen gegen weitere hitzebedingte Störungen sowie eine langfristige Strategie, um Nürnbergs Straßenbahnnetz an die Folgen der Klimakrise anzupassen.

Denn bereits im Januar musste der Straßenbahnbetrieb aufgrund starker Schneefälle für mehrere Tage eingeschränkt werden. Nun führte die Hitzewelle zum vollständigen Stillstand, nachdem es zuvor bereits zahlreiche Einschränkungen wie Geschwindigkeitsreduktionen hab. Für die Grünen zeigt sich: Die Klimakrise stellt die öffentliche Infrastruktur zunehmend vor neue Herausforderungen.

„Die Straßenbahn ist neben der U-Bahn das Rückgrat des Nürnberger Nahverkehrs. Tausende Menschen sind jeden Tag auf sie angewiesen. Wenn sie wegen Schnee oder Hitze ausfällt, betrifft das den Alltag unzähliger Nürnbergerinnen und Nürnberger. Deshalb erwarten wir jetzt konkrete Lösungen von Stadt und VAG, damit die Straßenbahn auch unter immer häufigeren Extremwetterbedingungen zuverlässig fährt“, erklärt Alexander Kahl, Co-Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Mobilität der Grünen-Volt-Fraktion im Nürnberger Stadtrat.

Mit ihrem Antrag fordert die Fraktion unter anderem kurzfristige Maßnahmen gegen hitzebedingte Betriebsausfälle, eine langfristige Klimaanpassungsstrategie für das Straßenbahnnetz und den Erfahrungsaustausch mit Straßenbahnbetrieben aus wärmeren Regionen. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Fraktion auf die Informations- und Kommunikationspolitik der VAG. Während der Betriebseinstellungen im Januar und Juni seien viele Fahrgäste zu spät oder widersprüchlich informiert worden. Teilweise warteten Menschen lange an Haltestellen, obwohl der Straßenbahnbetrieb bereits eingestellt war: „Dass es technische Probleme geben kann, lässt sich nicht immer verhindern. Dass Fahrgäste aber lange im Ungewissen an Haltestellen stehen, darf nicht passieren. Gerade in Ausnahmesituationen brauchen die Menschen schnelle, einheitliche und verlässliche Informationen. Hier muss die VAG ihre Kommunikation deutlich verbessern“, so Kahl.

Außerdem setzen sich die Grünen für eine bessere Orientierung an heißen Tagen ein. Bis alle Straßenbahnen klimatisiert sind, sollen klimatisierte Fahrzeuge nach dem Willen der Fraktion sowohl durch gut sichtbare Aufkleber an den Einstiegstüren als auch in den dynamischen Fahrgastinformationsanzeigen eindeutig gekennzeichnet werden. So sollen Fahrgäste selbst entscheiden können, ob sie in einer Straßenbahn schwitzen oder lieber ein paar Minuten auf eine klimatisierte Bahn warten wollen. „Ob eine Straßenbahn klimatisiert ist, ist an einem 40-Grad-Tag keine Nebensache. Mit einer einfachen Kennzeichnung können Fahrgäste schon vor dem Einsteigen erkennen, welche Bahn klimatisiert ist. Das verbessert den Komfort gerade für ältere Menschen, Familien und gesundheitlich belastete Fahrgäste mit geringem Aufwand erheblich“, erklärt Kahl. Bei der Wiener U-Bahn ist dies seit Jahren Standard.

Die Grünen sehen die Ereignisse der vergangenen Monate zugleich als Auftrag, den Klimaschutz konsequent voranzubringen: „Die Ausfälle sind ein Weckruf. Die Folgen der menschengemachten Klimakrise werden für die Menschen immer stärker spürbar – auch mitten im Alltag. Deshalb dürfen wir unsere Anstrengungen beim Klimaschutz jetzt nicht zurückfahren, sondern müssen sie verstärken. Denn die Schäden und Folgekosten der Klimakrise sind um ein Vielfaches höher als die Investitionen, die nötig sind, um klimaschädliche Emissionen zu vermeiden und unsere Infrastruktur klimafest zu machen“, betont Andrea Friedel, Co-Vorsitzende und umweltpolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen – Volt.

Stadtrat Alexander Kahl

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Alexander Kahl

Stadträtin Andrea Friedel, stellv. Fraktionsvorsitzende

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Andrea Friedel