In Gostenhof reiht sich aktuell Baustelle an Baustelle: Monatelang war bereits die Zufahrt von der Maximilianstraße nach Gostenhof erschwert. Momentan ist die Kreuzung Kernstraße/Fürther Straße gesperrt. Betroffen sind dabei keineswegs nur Autofahrende: Auch für Fußgänger:innen und Radfahrende bilden Bauzäune und Umleitungen eine massive Barriere zwischen den Teilen des Viertels. Doch trennt die Baustelle aktuell nicht nur das Viertel in zwei Teile, sondern belastet sie neben Anwohnenden insbesondere Gewerbetreibende und Gastronomie enorm. Diese hatten sich vor kurzem mit einer Unterschriftensammlung an Stadtrat und Verwaltung gewandt.
„Gostenhof ist momentan gespalten – und zwar durch die Baustellen in der Fürther Straße. Wenn Geschäfte wegen einer über Monate massiv eingeschränkten Erreichbarkeit Kundschaft verlieren, müssen wir darüber reden und schnell Lösungen finden“, erklärt Alexander Kahl, Vorsitzender der Stadtratsfraktion Grüne-Volt.
Auch der Ortsverband Gostenhof nimmt die Nöte und Kritik aus Einzelhandel und Gewerbe, die auf teilweise existenzbedrohende wirtschaftliche Folgen aufgrund der Baustellen verweisen, sehr ernst. Problematisch ist jedoch, wenn in der Debatte die Auswirkungen der Baustelle und die des Superblocks miteinander vermischt werden.
Superblock und Baustellen in Gostenhof voneinander trennen
Denn viele der betroffenen Betriebe, die unmittelbar an der Fürther Straße, an der Kernstraße oder in deren näherem Umfeld liegen, befinden sie sich nicht innerhalb der verkehrsberuhigten Bereiche des Superblocks: „Hier muss differenziert werden. Die Kritik der Gewerbetreibendenen richtet sich hauptsächlich gegen die Baustellen sowie die damit schlechte Erreichbarkeit. Und nicht gegen die weiter entfernten Verkehrsberuhigungen im Rahmen des Superblocks. Aus unserer Sicht wurden die Auswirkungen der Baustellen auf das Viertel nicht ausreichend berücksichtigt“, sagt Philipp Langholf, Sprecher vom Ortsverband Gostenhof.
Seit rund einem Jahr sind vier kleine Straßenabschnitte in der Denis-, Au- und Volprechtstraße in Gostenhof im Rahmen des Superblocks als Fußgängerzone gewidmet. Kinder können dort wieder auf der Straße spielen, Erwachsene sich treffen und aufhalten – ohne Gefahren durch schnelle und laute Autos. Das Projekt wurde zudem mit einem moderierten Runden Tisch mit Befürworter:innen und Kritiker:innen, vielen Diskussionen und teilweise einstimmigen Ergebnissen begleitet. Am Ende gab es ein gemeinsames Bekenntnis zu einem lebendigen Gostenhof mit Einzelhandel, Handwerk und Gastronomie. Der OV Gostenhof sowie die Stadtratsfraktion Grüne–Volt haben den Superblock dabei von Anfang an intensiv unterstützt – sowohl mit viel politischem Engagagement, aber auch mit hunderten Stunden ehrenamtlichen Einsatz vor Ort.
„Über die Zukunft des Superblocks wird im Dezember entschieden. Daher ist es umso wichtiger, dieses Projekt von den termporären Baustellen zu trennen. Daher sollten wir uns bei den Beratungen zur Zukunft des Superblocks auf ebendiesen fokussieren“, so Claudia Hammerbacher, Stadträtin von Grüne-Volt und Sprecherin für Gostenhof.
Deshalb fordern der OV Gostenhof und die Fraktion nun schnelle Maßnahmen:
- Bessere und möglichst direkte Zugänge nach Gostenhof im Bereich Kernstraße/Fürther Straße für Fußgänger:innen, Radfahrende und – soweit mit dem Bauablauf vereinbar –den Autoverkehr,
- Kurzpark- und Ladezonen für Gewerbe und Anwohnende, wie sie auch im Rahmen des Runden Tisches zum Superblock diskutiert und vereinbart wurden,
- wirtschaftliche Härtefallhilfen für Betriebe, die durch die lang andauernden Baustellen nachweislich besonders stark betroffen sind,
- eine klare Trennung zwischen den Auswirkungen der Baustellen und denen des Superblocks in der öffentlichen und politischen Kommunikation
- sowie eine eigenständige Entscheidung über die Zukunft des Superblocks auf Grundlage seiner tatsächlichen Auswirkungen und der Ergebnisse des Runden Tisches. Das derzeitige Baustellenchaos an der Fürther Straße darf diese Bewertung nicht verzerren.
Für die Stadtratsfraktion und den grünen Ortsverband Gostenhof ist klar: Die Sorgen der Gewerbetreibenden müssen ernst genommen werden. Gleichzeitig dürfen die Probleme durch eine Baustelle nicht gegen eine Verkehrsberuhigung ausgespielt werden, die an anderer Stelle des Viertels neue Aufenthaltsqualität geschaffen hat.
Gostenhof braucht beides: gute Bedingungen für Einzelhandel, Handwerk und Gastronomie – und Straßen und Plätze, auf denen Menschen gerne leben und sich aufhalten.

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Ihre Ansprechpartnerin:
Claudia Hammerbacher
