Lichtenreuth schnellstmöglich an den ÖPNV anbinden

Leerer Bus mit Busfahrer
Christian Wiediger/Unsplash

Mit Lichtenreuth entsteht eines der größten neuen Stadtquartiere Nürnbergs. Bereits heute leben dort rund 2.000 Menschen, künftig werden es mehrere Tausend sein. Hinzu kommt mit der Technischen Universität Nürnberg (UTN) ein bedeutender Wissenschaftsstandort. Das Quartier wurde bewusst autoarm geplant. Damit dieses Konzept funktioniert und die Menschen auch ohne eigenes Auto gut mobil sein können, braucht es schnellstmöglich die von Beginn an geplante attraktive, zuverlässige und barrierefreie ÖPNV-Anbindung.

Ursprünglich sollte die Straßenbahn Lichtenreuth bereits vor dem Einzug der ersten Bewohner:innen erschließen und anschließend auch die Messe, die Bertolt-Brecht-Schule sowie das Klinikum Süd an den Schienenverkehr anbinden. Aufgrund verschiedener Verzögerungen konnte dieses Ziel nicht eingehalten werden. Zuletzt führen außergewöhnlich hohe Anforderungen des Staatlichen Bauamts Erlangen-Nürnberg an die Straßenbahntrasse zu weiteren Verzögerungen im laufenden Planfeststellungsverfahren. Stadt und Freistaat müssen die offenen Fragen deshalb zügig klären, um weitere Verzögerungen zu vermeiden.

Bis zur Inbetriebnahme der Straßenbahn brauchen die Menschen in Lichtenreuth schnellstmöglich eine geeignete Übergangslösung. Der geplante südliche Zugang zum U-Bahnhof Hasenbuck würde die Wege zur U-Bahn erheblich verkürzen. Hierzu haben wir bereits am 27. März 2025 einen entsprechenden Antrag gestellt. Auch das VAG_Rad kann einen wichtigen Beitrag leisten: Auf unsere Initiative hin wurde bereits eine VAG_Rad-Station an der UTN eingerichtet. Nun sollte die Flexzone möglichst auf das gesamte Quartier ausgeweitet werden, damit die Leihräder direkt vor der eigenen Haustür ausgeliehen und zurückgegeben werden können. So ließen sich nicht nur die umliegenden U-Bahnhöfe und weitere ÖPNV-Knotenpunkte, sondern auch andere Stadtteile leichter erreichen.

Darüber hinaus braucht es kurzfristig eine funktionierende ÖPNV-Übergangsanbindung. Ob Kleinbus, bedarfsgesteuertes Taxiangebot oder autonomer Shuttle: Entscheidend ist, dass die Menschen möglichst schnell, zuverlässig und kostengünstig an das bestehende Nahverkehrsnetz und die anderen Stadtteile angebunden werden. Angesichts der angespannten Haushaltslage sind dafür pragmatische und wirtschaftliche Lösungen gefragt. Auch der Freistaat Bayern steht als Träger der UTN und angesichts der Verzögerungen durch seine Bauverwaltung in der Verantwortung, sich an deren Finanzierung zu beteiligen.

Wir stellen deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

Die Verwaltung

  • berichtet über den aktuellen Stand der Straßenbahnverlängerung nach Lichtenreuth, den weiteren Zeitplan, die Kostenentwicklung und Möglichkeiten zur Beschleunigung,
  • berichtet über die Planungen für den südlichen Zugang zum U-Bahnhof Hasenbuck und beschleunigt diese,
  • prüft gemeinsam mit der VAG eine schnellstmögliche Erweiterung der VAG_Rad-Flexzone auf Lichtenreuth, um die Anbindung an umliegende U-Bahnhöfe und andere Stadtteile zu verbessern,
  • prüft gemeinsam mit der VAG kurzfristig realisierbare und wirtschaftliche ÖPNV-Übergangslösungen für Lichtenreuth, insbesondere Kleinbus-Shuttles, bedarfsgesteuerte Taxiangebote und ausdrücklich auch den Einsatz autonomer Shuttlefahrzeuge und eruiert dabei auch entsprechende Fördermöglichkeiten. Die Verwaltung legt einen konkreten Umsetzungsvorschlag einschließlich Kostenabschätzung vor. Ergänzend sollen überschlägig die Kosten einer optionalen Busverbindung zwischen Bauernfeindstraße, Bertolt-Brecht-Schule und Klinikum Süd als Vorgriff auf die angedachte weitere Straßenbahnverlängerung ermittelt werden,
  • verhandelt mit dem Freistaat Bayern über eine angemessene finanzielle Beteiligung an notwendigen Übergangslösungen.
Stadtrat Alexander Kahl

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Stadträtin Isaura Süssner (Volt), im Hintergrund Wald
Bild: Volt Nürnberg

Ihr Ansprechpartner:
Isaura Süssner