Fünf Jahre Mobilitätsbeschluss: Wo bleibt der Altstadtring?

Rot markierter Fahrradweg
Markus Spiske/Unsplash

Pressemitteilung

Am 27. Januar 2021 beschloss der Stadtrat den Masterplan Nachhaltige Mobilität. Fünf Jahre später fällt die Bilanz ernüchternd aus. Insbesondere beim Ausbau der Radinfrastruktur wurden die gesetzten Ziele bislang verfehlt. Ein zentraler Baustein des Mobilitätsbeschlusses ist der Ausbau des Radwegs am Altstadtring. Der „Altstadtring für Radler“ sollte laut Beschluss vorrangig und bis spätestens 2026 realisiert werden. Tatsächlich existieren bis heute nicht einmal konkrete Planungen.

Dabei ist der Altstadtring der Zielpunkt aller Radvorrangrouten und Radschnellwege. In seiner aktuellen Ausgestaltung fehlt es an vielen Stellen sowohl für Radfahrende als auch für Fußgänger:innen an ausreichend Platz. Nördlich des Rathenauplatzes schlängeln sich alle Verkehrsteilnehmenden gemeinsam an Bäumen vorbei, wenige Meter weiter werden Fußgänger:innen an die Stadtmauer gedrängt. Kaum nachvollziehbar sind zudem der Spurentausch auf der Steubenbrücke sowie das plötzliche Verschwinden des Gehwegs in der Nähe des Plärrers.

„Mein besonderes ‚Highlight‘ ist die Ampelschaltung am Maxtor“, sagt Britta Walthelm, Nürnbergs Oberbürgermeisterkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Ich radle täglich von Norden in die Altstadt und überquere dort den Altstadtring. Die Ampel ist so geschaltet, dass gleichzeitig nicht nur ich Grün habe, sondern auch beide Fahrspuren entlang des Rings. So treffen sich oft schnell fahrende Radfahrende aus drei Richtungen gleichzeitig auf der Kreuzung, ebenso wie Fußgänger:innen. Wer diese absurde Schaltung kennt, verhält sich vorsichtig. Für alle anderen ist es zumindest ein Schreckmoment. Beinahe-Unfälle beobachte ich fast täglich. Als Oberbürgermeisterin werde ich dafür sorgen, dass der Altstadtring endlich sicher, übersichtlich und durchgängig für den Umweltverbund gestaltet wird. Der Mobilitätsbeschluss ist kein Wunschzettel, sondern ein klarer Auftrag – und den werde ich konsequent umsetzen.“

„Der Mobilitätsbeschluss hat eindeutig festgelegt, dass der Altstadtring bis 2026 weitgehend fertiggestellt sein soll“, erklärt Mike Bock, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Stadtratsfraktion. „Statt Fortschritt erleben wir Zuständigkeits-Pingpong innerhalb der Verwaltung. Das ist kein Naturgesetz, sondern ein politisches Versäumnis. Wer die Verkehrswende ernst meint, muss zentrale Projekte auch umsetzen – und nicht auf die lange Bank schieben. Mit Britta Walthelm als Oberbürgermeisterin wird der Altstadtring endlich Chefsache – mit klaren Zuständigkeiten, einem verbindlichen Zeitplan und einer konsequenten Umsetzung.“

Im Zuge der geplanten Landesgartenschau 2030 sollen neben dem Stadtgraben auch die Flächen am Maxtor aufgewertet werden. Eine zukunftsorientierte Landesgartenschau braucht hier – ebenso wie entlang des gesamten Stadtgrabens und damit des Altstadtrings – eine überzeugende und sichere Lösung im Sinne einer Umverteilung des Straßenraums für Radfahrende, Fußgänger:innen und den öffentlichen Nahverkehr.

Stadtrat Mike Bock

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