Mangelnde Versorgung von (zukünftigen) Grundschulkindern am Nachmittag

Grundschulkinder an einem Tisch
cdc/Unsplash

Seit Jahren erhalten wir in unserer Stadtratsarbeit massenweise Beschwerden von Eltern, deren Kinder keinen Platz im Hort oder in der Mittagsbetreuung erhalten haben. Die Familien kommen damit teils in existenzielle Nöte, da sie ihre Arbeitsverhältnisse beenden müssten, oder Frauen ihren gewünschten beruflichen Wiedereinstieg aufschieben mussten, um die Versorgung ihrer Kinder sicherzustellen. Davon betroffen sind insbesondere schnellwachsende Stadtteile, in denen sich die soziale Infrastruktur nicht mitentwickelt hat – wie die Süd- und Weststadt, aber auch Stadtteile wie Kornburg und Eibach.

Im aktuellen Schuljahr 2025/2026 haben über 1.000 Kinder keinen Betreuungsplatz erhalten – die genauen Zahlen sind oft unbekannt, weshalb hier mehr Transparenz hergestellt werden sollte. Zudem stellt sich die Frage, wie viele von diesen Kindern im neuen Schuljahr 2026/2027 einen Platz erhalten. Denn ab August besteht 2026 ein Rechtsanspruch auf Betreuung – zunächst für die Erstklässler:innen, dann jährlich für eine weitere Jahrgangstufe. In Kornburg allein könnte es sich um rund 50 Familien handeln, die diesen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben. Kann die Stadt Nürnberg diesen Bedarf nicht decken, so muss sie mit gerichtlichen Auseinandersetzungen und damit auch enormen Kosten rechnen. Diese Mittel sollten jedoch viel mehr in den nachhaltigen Ausbau der Betreuungsinfrastruktur investiert werden.

Viele Eltern wollen und müssen arbeiten, wobei Arbeit auch gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Zugleich handelt es sich nicht um ein individuelles Problem der Familien: Es betrifft die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Zukunft unserer Gesellschaft. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist damit ein Standortfaktor für Nürnberg.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

Die Verwaltung

  • berichtet, wie viele Schüler:innen, die im laufenden Schuljahr keinen Betreuungsplatz erhalten haben, jetzt nachrücken können,
  • berichtet, wie viele zukünftige Erstklässler:innen trotz Rechtsanspruch eine Absage eines Hortes oder einer Ganztagsbetreuung erhalten haben und schlüsselt diese nach Stadtteilen auf,
  • berichtet, wie die Stadt dem Rechtsanspruch dieser Familien gerecht werden kann, auch in den kommenden Jahren mit steigendem Rechtsanspruch,
  • entwickelt verschiedene Zwischenlösungen, legt diese dem Stadtrat vor und unterbreitet diese den betroffenen Familien (verstärkte Kooperationen zwischen Stadtteilen, Shuttle-Bussen oder Nutzung von Kinder- und Jugendhäusern oder Aktivspielplätzen etc.),
  • erarbeitet Notfallpläne (wie auch schon in den Vorjahren) für die betroffenen Stadtteile wie in Kornburg, aber auch in den umliegenden Gebieten,
  • reaktiviert die bereits beschlossene, aber gestoppte, Horterweiterung in Worzeldorf,
  • stellt sicher, dass bei zukünftigen Neubaugebieten ausreichend Betreuungsplätze von Anfang an mitgeplant werden.
Stadträtin Gabriele Klaßen

Ihre Ansprechpartnerin:
Gabriele Klaßen

Stadträtin Réka Lörincz

Ihre Ansprechpartnerin:
Réka Lörincz