Abwasser aus Hauptkanälen stellt eine bislang unterschätzte, jedoch regenerative Energiequelle dar. Mit seinen ganzjährig vergleichsweise stabilen Temperaturen – im Winter bis 12 °C und im Sommer bis 20 °C – eignet es sich hervorragend, um Energie zu gewinnen und damit eine Vielzahl an Gebäuden im Winter zu beheizen sowie im Sommer zu kühlen. Entsprechende Technologien sind am Markt etabliert und durch zahlreiche Referenzprojekte wie beispielsweise in Bamberg erprobt.
Entsprechend bietet es sich an, diese Energiequelle insbesondere in neuen Stadtentwicklungs-gebieten in Betracht zu ziehen. Ein Beispiel hierfür ist der Wetzendorfer Park, für den im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt (SUN) am 23.04.2026 der Systemplan für die entwässerungstechnische Erschließung beschlossen wurde. Dabei ist im Plangebiet die Errichtung eines städtischen Hauptkanals vorgesehen, der sich grundsätzlich für die Integration von Wärmetauschsystemen eignen würde.
Die im Kanal installierten Wärmetauscher könnten über Vor- und Rücklaufleitungen mit einer Energiezentrale im neuen Quartier verbunden werden. Die gewonnene Energie kann für die Wärmeversorgung dienen und insbesondere die Fernwärme sinnvoll ergänzen. Diese Kombination aus Abwasserwärmenutzung und Fernwärme stellt eine hocheffiziente Lösung dar, um eine nachhaltige Energieversorgung, aber auch die Umsetzung der Ziele zur kommunalen Wärmeplanung sicherzustellen.
Dies ermöglicht auch eine erleichterte Erweiterung des hydraulischen Systems, eine Reduzierung der Temperaturen innerhalb des Systems und somit eine verbesserte Effizienz der Betriebsweise und -kosten.
Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:
Die Verwaltung bzw. die N-Ergie
- prüft, inwieweit die Nutzung von Abwasserwärme im Stadtentwicklungsgebiet Wetzendorfer Park technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist,
- erarbeitet ein Konzept für eine zentrale Energieversorgung im Stadtentwicklungsgebiet Wetzendorfer Park, das die Nutzung von Abwasserwärme in Kombination mit Fernwärme (Hybridlösung) vorsieht,
- stellt dar, wie ein niedrig temperiertes Nahwärmenetz mit entsprechender Systemtrennung umgesetzt werden kann,
- berichtet im zuständigen Ausschuss über die Ergebnisse.

Ihr Ansprechpartner:
Cengiz Sahin
