Stadtrat Kai Küfner

Foto: Sebastian Lock

7 Fragen an: Kai Küfner

Wie bist du zur Politik gekommen und was machst du sonst so im „normalen“ Leben?

„Ich habe vier Jahre im gobalen Süden dieser Welt gelebt und gearbeitet, das hat mich verändert. Zurück in Deutschland wieder regelmäßig die Nachrichten zu sehen hat mich dann letztendlich überzeugt, selbst Politik machen zu wollen. Momentan dringende Themen wie der Klimawandel und der Angriff auf unsere Demokratie von rechts sind meine guten Gründe dafür. Im „normalen“ Leben bin ich selbstständiger Bäckermeister und betreibe die Meister Küfner Nusseckenmanufaktur in Großgründlach.“

Was sind deine Schwerpunkte als Stadtrat und warum? Für was stehst du?

„Im Moment beschäftige ich mich sehr mit den Themen ZeroWasteCity, Kreislaufwirtschaft, Müllvermeidung, Gemeinwohlökonomie, Ausbau von Bio-Lebensmitteln sowie Lebensmittelverschwendung. Das sind einfach Herzensangelegenheiten und für mich wichtige, zukunftsträchtige Themen. Als ernährungs- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion beschäftige ich mich aber auch mit den Themen in diesen Bereichen. Zudem sitze ich in sehr vielen Ausschüssen wie Kultur, Umwelt, Verkehr, Bau- und Vergabe, Recht, Wirtschaft und Arbeit und streife damit insgesamt sehr viele Themen.“

Was macht dir als Stadtrat besonders Spaß, was stört dich am Politiker-Dasein?

„Das Debattieren in den Sitzungen hat schon einen besonderen Reiz. Auch mal den Finger in die Wunde zu legen, dahin wo es weh tut. Gleichzeitig das diplomatische Taktieren, um am Ende bestmögliche Ergebnisse zu bekommen. Was mich stört, sind grundsätzlich ablehnende Haltungen bei gewissen Themen sowie Respekt- und Anstandslosigkeiten von einigen Kolleg*innen anderer Fraktionen.“

Siehst du manche Dinge in Nürnberg mit anderen Augen seitdem du Stadtrat bist?

„Absolut. Es erweitert den Horizont ungemein und man versteht wie die Dinge in der Politik und Verwaltung laufen und warum die Dinge manchmal so sind wie sie sind, was gewiss nicht heißt dass man es immer gut findet.“

Was fehlt Nürnberg oder wovon hat es zu viel? Was ist das Liebenswerte an Nürnberg?

„Nürnberg fehlt ein kritischer eigener Blick wie es von Außen gesehen wird und der übergreifende Schwung jedes*r einzelnen Bewohner*in, dies ändern zu wollen. Nicht umsonst heißt es: „Wer es woanders geschafft hat, der versagt am Ende dann doch noch in Nürnberg“. Ein Anziehungspunkt für Namen von Welt ist Nürnberg leider nicht. Hierher kommt man nur zu Besuch, nicht um zu bleiben. Das Liebenswerte an Nürnberg sieht man bei einem Spaziergang durch unsere wunderschöne Altstadt an einem warmen wolkenlosen Sommertag, dann wird die Stadt zum Wohnzimmer und selbst die größten Grantler tauen auf.“

Wer ist dein*e Held*in und warum?

„90% aller Probleme auf dieser Welt haben mindestens einer der drei folgenden Gründe: Egoismus, Gier und Bequemlichkeit. Für mich sind also Helden diejenigen, die sich Gedanken machen. Über fast alles und immer. Die Reflektieren bevor sie handeln und sich in die Lage anderer versetzten können. Die Gemeinwohl vor Profit stellen und die lieben statt hassen.“

Ihr Ansprechpartner:
Kai Küfner

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