Die Grundschulkinder aus Lichtenreuth müssen derzeit in die rund drei Kilometer entfernte Regenbogenschule in der Gartenstadt fahren. Durch die städtebauliche Gegebenheiten sind diese Familien allerdings zwingend auf den öffentlichen Verkehrsmitteln oder das Auto angewiesen. Doch auch mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet sich die Bewältigung des Weges kompliziert: Die Kinder müssen umsteigen: nach der U-Bahn müssen sie entweder den Bus oder die Straßenbahn bis zur Haltestelle „Finkenbrunn“ nehmen. Von hier aus bleibt nur noch der Fußweg von etwa 10 Minuten bis zur Schule (beim Durchschnittstempo eines Erwachsenen).
Dieser Weg ist für die meisten Grundschüler:innen weder zeitlich noch kognitiv zumutbar, denn sie entwickeln erst im Laufe der Grundschule die vollen Fähigkeiten, um am Verkehr teilzunehmen. So können sie mit sieben Jahren erst „links“ und „rechts“ unterscheiden, mit neun entwickeln sie dann langsam ein Bewusstsein für Positionen. Oftmals ist auch die Einschätzung von Geschwindigkeiten, Bewegungen und Perspektiven ein Problem. Zudem sind Grundschulkinder kleiner als PKW, insbesondere als die hohen SUV, was das Sicherheitsrisiko erhöht.
Erschwerend kommt aktuell die ausgedehnte Baustelle in Finkenbrunn hinzu. Shuttlebusse würden hier eine Erleichterung darstellen – jedoch sind derzeit keine in Planung. Die Kinder bekommen zwar die Fahrtkosten für den ÖPNV erstattet, doch Begleitpersonen nicht. Dabei sind viele der Grundschulkinder auf elterliche Begleitung angewiesen. Die Folge: Die Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule.
Dies widerspricht dem Motto der Stadt Nürnberg „Kurze Beine, kurze Wege“ für Schulanfänger:innen sowie allen Bemühungen der Stadt und der Stadtgesellschaft, Elterntaxis einzudämmen und womöglich Schulstraßen einzuführen.
Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:
Die Verwaltung
- berichtet über die aktuelle Situation,
- entwickelt ein tragfähiges Konzept, das einen zumutbaren und sicheren Schulweg für alle Betroffene darstellt,
- setzt diese Maßnahmen bis Anfang September um, damit die Familien Planungssicherheit haben,
- informiert die Familien über die Lösung.

Ihre Ansprechpartnerin:
Réka Lörincz
