Nürnberg braucht Wohnraum – das belegen die jährlichen Wohnungsberichte der Stadt deutlich. Entsprechend hoch ist der Druck, neue Wohnungen zu schaffen und geeignete Flächen zu finden. Für die Nürnberger Grünen gilt dabei ein klarer Grundsatz: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Deshalb lehnen wir die geplante Bebauung am Ortsrand von Worzeldorf weiterhin ab – auch wenn die Stadtverwaltung gegenüber der ersten Stadtratsbefassung 2022 Verbesserungen vorgenommen hat. Die Bebauung von Freiflächen darf nur die absolute Ausnahme sein.
Daseinsvorsorge und Klimaschutz müssen stimmen
Die geplante Bebauung würde wichtige Kaltluftschneisen beeinträchtigen, die eine zentrale Rolle für den Hitzeschutz der umliegenden Stadtteile und der Innenstadt spielen. „Genauso wichtig ist der Anspruch der Bürger:innen auf Daseinsvorsorge“, findet Réka Lörincz, Stadträtin aus Herpersdorf. „Die Stadtteile hier im Süden platzen schon jetzt aus allen Nähten. Herpersdorf, Worzeldorf und Kornburg sind bereits unterversorgt, was KiTa-Plätze angeht. Die geplante Kindertageseinrichtung wird den vorhandenen Bedarf bei weitem nicht decken, zumal dieser durch die etwa 150 zusätzlichen Wohneinheiten weiter steigen wird. Des Weiteren fehlt es an einem städtischen Kulturladen in Worzeldorf/Herpersdorf und ein Jugendhaus in Kornburg wird ebenso dringend benötigt. Ohne diese soziale Infrastruktur können wir solche Neubauprojekte wie am Ortsrand von Worzeldorf nicht unterstützen.“
Alexander Kahl, Sprecher für öffentlichen Verkehr, ergänzt: „Der öffentliche Nahverkehr vor Ort ist jedes Jahr von Einsparungen bedroht, die wir nur mit großem Einsatz abwenden konnten. Car-Sharing- und VAG-Rad-Angebote fehlen weitgehend. Das führt zwangsläufig zu mehr Autoverkehr – mit negativen Folgen für Klima und Lebensqualität.“
Innenentwicklung konsequent umsetzen
Statt weiterer Flächenversiegelung sprechen sich die beiden Stadträt:innen deshalb für Alternativen aus: Zahlreiche innerstädtische Brachflächen und Leerstände bieten Potenzial für Wohnungsbau. Auch die Überbauung großer Parkplatzflächen, etwa vor Supermärkten, sollte stärker forciert werden. Fragezeichen werfen zudem bereits begonnene Projekte auf: „An der Radrennbahn wurden längst Bäume gerodet, doch seitdem herrscht Stillstand. Bevor neue Außenflächen versiegelt werden, sollten lange geplante und begonnene Wohnbauprojekte endlich umgesetzt werden“, so Kahl.

Vor Ort im Gespräch am 30. Januar 2026
Aus Erfahrung weiß Réka Lőrincz, dass gute Lösungen nur durch Information und direkte Beteiligung der Bürger:innen entstehen. Deshalb laden Réka Lőrincz und Alexander Kahl gemeinsam mit Umweltreferentin und OB-Kandidatin Britta Walthelm zu einem Ortstermin ein:
30. Januar 2026, ab 15 Uhr
Treffpunkt: Bushaltestelle Habermannstraße
