Machbarkeitsstudie zur Reduzierung von Fluglärm über bewohnten Gebieten

Flugzeug steht am Flughafen
Bao Menglong/Unsplash

Am 16. Januar 2026 hat der Flughafen in einer Pressemitteilung seine Jahresbilanz vorgestellt: Mit insgesamt 4.508.765 Passagiere im Jahr 2025 wuchs das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 11,9 Prozent und übertrifft somit den bisherigen Spitzenwert aus 2018 deutlich. Diese wachsenden Passagierzahlen wirken sich auch auf die Anzahl der Nachtflüge aus – Tendenz: ebenfalls steigend. So zeigt ein Blick in die Immissionsberichte von Juli 2024, dass der Anteil des Nachtflugverkehrs zwischen 22 bis 6 Uhr am Gesamtverkehr bei 24,9 Prozent lag. Im Juli 2025 lag dieser Anteil bereits bei 27,8 Prozent. Damit steigt auch die Lärmbelastung für die Anwohner:innen am Flughafen und in dessen Flugschneisen.

Auch wenn der Flughafen in seiner Pressemitteilung betont, dass sich „der Trend zum Einsatz moderner, besonders ökologisch effizienter und deutlich leiserer Flugzeuge weiter fortsetzt“, so steigt die Belastung für die Anwohner:innen weiter. Unter anderem wird der Fluglärm– laut eines NN-Artikels vom 17. Februar 2026 – insbesondere auch in den Sommerferien nochmal zunehmen. Beispielsweise sind am 1. August 2026 allein neun Flüge von Nürnberg nach Antalya angesetzt, die zwischen 0 und 5 Uhr abheben. Im Gegensatz zu den Flügen, die außerhalb dieser Zeit starten, sind diese Nachtflüge Direktverbindungen, in der Regel um mehr als 100 Euro günstiger und somit ein attraktiveres Angebot.

Der wirtschaftliche Nutzen des Nürnberger Flughafens für die Stadt ist unbestritten. Hinzu kommt, dass der Nürnberger Flughafen einer 24-Stunden-Betriebspflicht unterliegt, unter anderem um Rettungsflüge, Katastrophenschutz oder militärische Einsätze gewährleisten zu können.

Dennoch müssen die Anwohner:innen vor übermäßigem Nachtfluglärm geschützt werden. Wie dies erfolgen kann und welche Möglichkeiten es gibt, die Lärmemissionen zu verringern, beschreibt der Sachverständigenrat für Umweltfragen in seiner Kurzfassung von „Fluglärm reduzieren – Reformbedarf bei der Planung von Flughäfen und Flugrouten“. Unter anderem wird in dem Papier zum einen auf die Bündelung eingegangen, also die konzentrierte Führung von Flugzeugen über ein bestimmtes Gebiet, um die gesamte Umgebung zu entlasten. Zum anderen wird die Streuung beschrieben: Die Auffächerung von Flugzeugen für eine Verteilung in der Breite. Zudem verweist der Bericht auf die Stärkung des aktiven Lärmschutzes, die Verbesserung eines passiven Lärmschutzes und festgelegte Flugrouten. Eventuell wären dies auch für Nürnberg effektive Maßnahmen.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

Die Verwaltung

  • führt eine Machbarkeitsstudie durch, mit welchen Maßnahmen sich der Fluglärm über bewohnten Gebieten reduzieren lässt.
Stadtrat Achim Mletzko, Fraktionsvorsitzender

Ihr Ansprechpartner:
Achim Mletzko