Über 100.000 Menschen sind täglich am Plärrer unterwegs und kaum jemand hält sich hier gerne auf – weder Fußgänger:innen, Radfahrende, Autofahrer:innen noch Nutzer:innen des ÖPNV. Der Platz ist laut, grau, unübersichtlich – ein Sinnbild für eine überholte Stadt- und Verkehrsplanung. Doch das kann sich jetzt ändern. Denn die Straßenbahngleise sind verschlissen, der U-Bahn-Deckel ist undicht, die Fahrbahnen senken sich ab – es muss aufwendig saniert werden. Die entscheidende Frage ist: Nutzen wir diese Gelegenheit für echten Fortschritt oder investieren wir Millionen in eine aus der Zeit gefallene Planung?
Die grüne Stadtratsfraktion setzt sich mit Nachdruck – wie auch von der städtischen Verwaltung favorisiert – für den Vollumbau (Variante A) ein. „Das ist die einzige Variante, die über eine teure Sanierung des grauen Bestands hinausgeht“, erklärt Mike Bock, verkehrspolitischer Sprecher dazu. „Diese würde den Plärrer zu einem grünen, barrierefreien und menschenfreundlicheren Ort macht. Über 100 neue Bäume und mehr als 1.000 m² Entsiegelung könnten dann für ein besseres Mikroklima sorgen – besonders wichtig angesichts immer heißerer Sommer“, fügt Marc Schüller, umweltpolitischer Sprecher, an. Gleichzeitig würde der Umbau die Wegeführung für alle Verkehrsteilnehmenden verbessern, das Umsteigen und Überqueren erleichtern sowie den Radverkehr attraktiver machen.
„Aktuell ist der Plärrer ein Ort ohne jegliche Aufenthaltsqualität. Mit dem Vollumbau könnten wir einen modernen Stadtplatz mit ordentlichen Geh- und Radwegen, übersichtlichen Fahrbahnen und leistungsfähigem sowie barrierefreiem ÖPNV schaffen“, so Alexander Kahl, Sprecher für den öffentlichen Verkehr. „Die Mehrkosten gegenüber den Sparvarianten liegen bei rund acht Millionen Euro – das ist weniger als ein Prozent der geplanten Kosten für den Frankenschnellweg. Wir dürfen nicht an der falschen Stelle sparen“, ergänzt Mike Bock.
Bislang sind weder Straßenbahn noch Bushaltestellen am Plärrer barrierefrei erreichbar – und das an einem der wichtigsten ÖPNV-Knoten der Stadt. „Barrierefreiheit ist kein Extra, sondern Grundvoraussetzung für eine inklusive Stadt. Alle Menschen müssen den Plärrer sicher und selbstbestimmt nutzen können“, erklärt Andrea Friedel, sozialpolitische Sprecherin. „Dafür braucht es einen zeitgemäßen Umbau, der sich am Alltag der Menschen orientiert – nicht am Reißbrett des letzten Jahrhunderts.“
Die grüne Stadtratsfraktion hat darüber hinaus erst im Mai mit einem eigenen Antrag konkrete Vorschläge eingebracht, das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität auf allen Ebenen am Plärrer zu erhöhen. Beispielsweise mit sozialen Angeboten für Drogenabhängige, besserer Beleuchtung und Beschilderung. Ziel ist ein ganzheitlicher Umbau, der den Platz nicht nur technisch ertüchtigt, sondern spürbar aufwertet – für alle, die ihn täglich nutzen.
Die vorliegenden Pläne zum Vollumbau sind das Ergebnis eines aufwendigen Beteiligungsprozesses mit vielen Impulsen aus der Stadtgesellschaft. Sie jetzt für vergleichsweise minimale Einsparungen infrage zu stellen, wäre ein fatales Zeichen – gegenüber den Bürger:innen, dem Klimaschutz und einer modernen Mobilität. Wir werben deshalb mit Nachdruck für eine breite Mehrheit im Stadtrat, um den Plärrer für das 21. Jahrhundert fit zu machen.

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Ihr Ansprechpartner:
Mike Bock

Ihr Ansprechpartner:
Marc Schüller

Ihre Ansprechpartnerin:
Andrea Friedel