Transparenz und Beschlussfassung zum Provisorium an der Brücke Schwabacher Straße / Frankenschnellweg

Baustellenabsperrung
Marek Studzinski/Unsplash

Laut Pressemitteilung plant die Stadt Nürnberg für die Brücke über den ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanal im Bereich Schwabacher Straße / Frankenschnellweg einen teilweisen Rückbau und die Errichtung eines provisorischen Ersatzes in Form eines Damms. Die Maßnahme soll ab Sommer 2026 umgesetzt werden und betrifft eine zentrale innerstädtische Verkehrsachse mit erheblichen Auswirkungen auf alle Verkehrsarten. Die Rodung der Flächen für die Baustelleneinrichtung begann wenige Tage nach der Veröffentlichung der Pressemitteilung und ist bereits abgeschlossen.

Die Verkehrssicherheit hat für uns höchste Priorität – notwendige Sicherungsmaßnahmen sind grundsätzlich zu unterstützen.

Gleichzeitig ist festzustellen, dass die geplante Maßnahme weder im städtischen Brückenbericht vom November 2025 transparent benannt noch bislang politisch beschlossen wurde. Auch die konkrete Zustandsbewertung und die Notwendigkeit eines Provisoriums wurden dem Stadtrat bisher nicht zur Kenntnis gegeben. Eine umfassende Information und Befassung des zuständigen Ausschusses ist daher wünschenswert

Irritationen haben zudem öffentliche Aussagen ausgelöst, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Kosten des Provisoriums und den Klagen gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs herstellen. Diese Bewertung bedarf einer sachlichen und transparenten Einordnung.

Wir stellen deshalb zur Behandlung in der Sitzung des SÖR-Ausschusses am 04.02.2026 folgenden Antrag:

Die Verwaltung

  • berichtet, warum die Notwendigkeit eines provisorischen Ersatzbauwerks an der Brücke Schwabacher Straße / Frankenschnellweg erst jetzt festgestellt wurde und weshalb die Brücke im Brückenbericht vom November 2025 nicht explizit benannt war,
  • berichtet, auf welcher fachlichen Grundlage die Maßnahme als kurzfristig erforderlich bewertet wurde und seit wann der Stadt entsprechende Zustandsbewertungen vorliegen,
  • erarbeitet einen Objektplan für das Provisorium einschließlich Kosten, Zeitplan, verkehrlicher Auswirkungen und Alternativen und legt diesen dem zuständigen Ausschuss vor Maßnahmenbeginn zum Beschluss vor. Dabei werden die Belange des Fuß- und Radverkehrs ausdrücklich und gleichwertig berücksichtigt,
  • nimmt Stellung zu öffentlichen Aussagen, wonach die Gegner:innen des Ausbaus des Frankenschnellwegs bzw. die anhängigen Klageverfahren für die entstehenden Mehrkosten verantwortlich seien, und legt dar, wie diese Einschätzung fachlich und rechtlich begründet wird.
Stadtrat Mike Bock

Ihr Ansprechpartner:
Mike Bock