Direkt aus Buchenbühl und dem Umland in die Nürnberger Innenstadt:Prüfung einer Stadt-Umland-Bahn-Variante (StUB) für die Gräfenbergbahn

U-Bahn Nürnberg
Marc Markstein / Unsplash

Die Gräfenbergbahn ist eine wichtige Verkehrsachse zwischen Nürnberg und dem nördlichen Umland. Viele Menschen in Eschenau, Heroldsberg und Umgebung haben die Nürnberger Innenstadt als Ziel und müssen, wenn sie den ÖPNV nutzen, am Nordostbahnhof umsteigen. Das mindert die Attraktivität des Angebots und begünstigt die Nutzung des Autos. Zudem ist der Betrieb der Gräfenbergbahn seit Jahren störanfällig und gilt als sehr unzuverlässig.

Im Verkehrsausschuss wurde am 14.10.2021 über die Machbarkeitsstudie „Ausbauprogramm S-Bahn Nürnberg“ (AuSbauNü) berichtet. Dabei wurden unter anderem der Ausbau der Gräfenbergbahn sowie die Reaktivierung der nördlichen Ringbahn diskutiert. Die im Dialogforum am 17.10.2024 vorgestellten Zwischenergebnisse zeigen jedoch, dass ein klassischer S-Bahn-Ausbau der Gräfenbergbahn sehr teuer und nur äußerst knapp wirtschaftlich ist. Dies führt zu erheblichen Umsetzungsrisiken. Dabei ist ein attraktiver Ausbau dringend notwendig, um die starken Pendlerströme konsequent auf die klimafreundliche Schiene zu verlagern.

Andere Regionen zeigen seit Jahrzehnten, wie Stadt-Umland-Verkehre durch die Verknüpfung von Eisenbahn-, U-Bahn- und Straßenbahnnetzen erfolgreich gestärkt werden können – etwa in Karlsruhe, Heilbronn oder Chemnitz. Solche StUB-Modelle ermöglichen umsteigefreie Verbindungen, steigern die Fahrgastzahlen und entlasten Straßen und Klima. Gleichzeitig sind die Kosten oft geringer, während der verkehrliche Nutzen durch den Wegfall von Umstiegen deutlich höher ausfällt. Fahrzeitliche Nachteile sind aufgrund der Streckencharakteristik nicht zu erwarten.

Für Nürnberg bieten sich dabei zwei naheliegende Varianten an: eine Anbindung der Gräfenbergbahn an das U-Bahn-Netz im Bereich Herrnhütte oder eine Verknüpfung mit dem Straßenbahnnetz, etwa durch eine Verlängerung der Linie 7 vom Stadtpark zum Nordostbahnhof. Mit vergleichsweise geringen Infrastrukturanpassungen und dem Einsatz von Mehrsystemfahrzeugen könnten so direkte, umsteigefreie Verbindungen zwischen Hauptbahnhof und Orten wie Heroldsberg, Eschenau oder Gräfenberg geschaffen werden. Zudem bietet sich auch die Chance, endlich das an der Gräfenbergbahn liegende Buchenbühl mit einer Station direkt auf der Schiene mit der Nürnberger Innenstadt zu verbinden.

Die laufende Machbarkeitsstudie sollte deshalb genutzt werden, um ergänzend eine Stadt-Umland-Bahn-Variante systematisch zu prüfen und eine fundierte Entscheidung über den bestmöglichen Ausbau der Gräfenbergbahn und der nördlichen Ringbahn zu ermöglichen. Für Nürnberg bedeutet eine solche Lösung weniger Autopendlerverkehr und einen spürbaren Gewinn für Klima-, Luft- und Lärmschutz.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

  • Die Stadt Nürnberg appelliert an die Bayerische Staatsregierung, im Rahmen der Machbarkeitsstudie AuSbauNü zusätzlich zu den bisherigen Varianten eine Stadt-Umland-Bahn-Lösung für die Gräfenbergbahn zu untersuchen. Dabei sollen insbesondere die Anbindung von Buchenbühl, die Verknüpfung mit dem Nürnberger U-Bahn-Netz sowie mit dem Straßenbahnnetz einschließlich der erforderlichen Infrastruktur- und Fahrzeugkonzepte sowie des verkehrlichen Nutzens geprüft und miteinander verglichen werden.
  • Über die Ergebnisse der Prüfung ist dem Stadtrat zu berichten.
Stadtrat Mike Bock

Ihr Ansprechpartner:
Mike Bock