Acht Menschen in bunten Pullovern legen die Hände in der Mitte des Bildes aufeinander

Hannah Busing / Unsplash

Mehr Gehör für Nürnbergs Kulturakteur*innen – gemeinsam Kulturpolitik gestalten

Gemeinsamer Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, politbande und Die Guten

Seit Monaten ist die Situation der Kulturakteur*innen desaströs – zahlreiche Künstler*innen stehen seit Beginn der Pandemie vor dem Aus. Zu dieser bereits sehr angespannten Situation kommt nun aber nicht nur, dass Nürnberg den Titel der Kulturhauptstadt 2025 nicht holen konnte, sondern auch die (vor)schnelle Entfernung der Regenbogenfarben an der Steintribüne – ohne jegliche Vorab-Debatte. Weiterhin stehen mehrere alteingesessene Künstler*innenateliers vor Kündigungen und der verzweifelten Suche nach neuen Räumlichkeiten. Dies sorgt zusätzlich für hitzige Diskussionen um den Stellenwert und die Beteiligung der Kulturakteur*innen in Nürnberg. Nürnbergs Kulturszene ist (noch) reich und will ihre Stadt (noch) mitgestalten. Um dies jedoch zu ermöglichen, müssen die Verwaltung und der Stadtrat nun handeln und sich in der derzeitigen Pandemiezeit – gemeinsam mit Nürnberg Kulturakteur*innen – einen breiten und vielfältigen Überblick über die Nöte der Nürnberger Kultur verschaffen, Problemlagen eruieren und etwaige Unterstützungsmöglichkeiten erarbeiten.

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgenden Antrag:

  • Das Kulturreferat organisiert – sobald ein Ende des Lockdowns absehbar ist bzw. bis spätestens Ende März – gemeinsam mit dem Oberbürgermeister, der 2. Bürgermeisterin, dem Wirtschaftsreferenten und der Gesundheitsreferentin unter Einbeziehung einer externen Moderation eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung für Kulturakteur*innen in Nürnberg. Ziel ist, sich einen Überblick über die Sorgen und Nöte zu verschaffen und eventuelle Lösungsstrategien zu erarbeiten. Der Kreis der Teilnehmer*innen soll sich zusammensetzen aus bestehenden, auch migrantischen, Kulturvereinen, Bandleadern, Solo-Selbstständigen aus der Kulturszene (Musiker*innen, Chorleiter*innen, Theaterleiter*innen, etc.), Clubbetreiber*innen, Selbstständige aus der Kulturzulieferbranche (Veranstaltungstechniker*innen, Druckereien), Vertreter*innen von städtischen Kultureinrichtungen und Museen (z. B. Kunstvilla, Kulturläden etc.) und der Verwaltung. Neben der Einladung von bekannten Akteur*innen wie beispielsweise den freien Theatern, den Mitgliedern des Runden Tisches zur Corona-Bedarfsanalyse oder anderen geförderten Initiativen und Institutionen, soll öffentlich über alle möglichen Kanäle zu diesem Dialog und Diskursformat aufgerufen werden.
  • Die Verwaltung berichtet im nächsten Kulturausschuss über die zeitliche und inhaltliche Umsetzung dieser Informations- und Diskussionsveranstaltung.
  • Sollte das Forum aufgrund der aktuellen Pandemiesituation nicht analog umsetzbar sein, sorgt die Stadt alternativ für ein adäquates Online-Format.
  • Nach der Veranstaltung berichtet die Verwaltung in regelmäßigen Abständen und transparent darüber, welche Anregungen und Ideen konkret besprochen wurden und wie mit den jeweiligen Themen weiter verfahren wird.
Natalie Keller

Ihre Ansprechpartnerin:
Natalie Keller

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