PM: Pride Weeks 2026: Wir fordern mehr Schutz, Stärkung und Sichtbarkeit für die queere Community

Isa Süssner, Alex Kahl, Claudia Hammerbacher, Andrea Friedel stehen vorm Rathaus und halten die Progress Prideflag in Händen
Stadtratsfraktion Grüne - Volt

„Nürnberg liebt“. Unter diesem Motto, inspiriert von Rosa von Praunheims Ausstellung „Jesus liebt“, finden die diesjährigen Pride Weeks statt. Von Praunheims Ausstellung in 2023, die nach vielen Anfeindungen und heftiger Kritik verlegt werden musste, zeigt die Wichtigkeit von Beharrlichkeit, Mut und kreativer Kraft –insbesondere in Zeiten von zunehmender Queerfeindlichkeit. Umso wichtiger ist es, die Rechte von queeren Menschen zu stärken, ihre Sichtbarkeit zu verstärken und Diskriminierung zu entgegnen.

Dass Nürnberg Vielfalt liebt, zeigt sich insbesondere auch während der Prideweeks. Unsere Stadt tut viel, aber da geht noch mehr – unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Erinnerungskultur und Menschenrechten. Daher haben nun die Stadträt:innen Claudia Hammerbacher, Isaura Süssner und Réka Lörincz sowie die Fraktionsvorsitzenden Andrea Friedel und Alexander Kahl nach Austausch mit dem CSD Nürnberg Verein in drei Anträgen mehrere Forderungen aufgestellt. Eine davon betrifft die medizinische Versorgung von trans*, nicht-binären*, inter* und agender*Personen:

„Aktuell fehlen in Nürnberg ausreichend Angebote in diesem Bereich, was häufig zu monatelangen, manchmal sogar zu mehrjährigen Wartezeiten auf Ersttermine bei Psychotherapeut:innen, Endokrinolog:innen oder weiteren Fachärzt:innen führt. Dies betrifft insbesondere Kinder und Jugendliche“, so Stadträtin Isaura Süssner. Entsprechend besteht hier Handlungsbedarf, weshalb sie in ihrem Antrag unter anderem um einen Bericht über den aktuellen Stand der medizinischen Versorgung sowie über die bestehende Versorgungslücken bittet. Weiter sollen gemeinsam mit relevanten Akteur:innen, vor allem der queeren Community, verschiedene weitere Optionen, die die medizinische Versorgung von trans*Personen verbessern könnten, geprüft werden.

Ein weiterer Antrag zielt auf die Einbindung von queeren Menschenrechten ab. Insbesondere auch, weil queere Personen weltweit, in Europa und Deutschland wieder verstärkt Anfeindungen, Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind und der gesellschaftliche und politische Druck auf queere Menschen in vielen Ländern wieder wächst: „Daher setzen wir uns nun für eine stärkere Einbindung queerer Menschenrechte ins Stadtbild ein, indem wir mit einer gestalterischen Verlängerung der Straße der Menschenrechte hin zum Kornmarkt ein sichtbares Zeichen setzen möchten“, so Claudia Hammerbacher, queerpolitische Sprecherin.

Um den Schutz und die Pflege von bereits bestehenden queeren Gedenkstätten und Erinnerungsorten geht es im dritten Antrag. Denn auch das Beschmieren und Beschädigen von Symbolen, städtischen Gedenk- und Erinnerungsorten für queeres Leben haben zugenommen – Beispiele sind hier Bremsspuren auf dem Regenbogen-Zebrastreifen am Königstor oder queerfeindliche Kritzeleien auf der Regenbogenbank am Magnus-Hirschfeld-Platz.

Um der queeren Community zu zeigen, dass Nürnberg auch in Zeiten wachsender Queerfeindlichkeit klar zu ihr steht und die Werte der Stadt des Friedens und der Menschenrechte verteidigt, fordert Fraktionsvorsitzender Alexander Kahl unter anderem, dass gemeinsam mit der queeren Community ein Konzept zur Verbesserung des Schutzes und des langfristigen Erscheinungsbilds der genannten Orte erarbeitet wird: „Es ist entscheidend, dass Beschädigungen der genannten Orte und Symbole zügig entfernt, mit allen Mitteln verhindert und verfolgt werden: Gerade in Zeiten wachsender Queerfeindlichkeit ist ein klares Zeichen der Solidarität nötiger denn je.“

Stadtrat Alexander Kahl

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Ihre Ansprechpartnerin:
Claudia Hammerbacher

Stadträtin Isaura Süssner (Volt), im Hintergrund Wald
Bild: Volt Nürnberg

Ihr Ansprechpartner:
Isaura Süssner

Stadträtin Andrea Friedel, stellv. Fraktionsvorsitzende

Ihre Ansprechpartnerin:
Andrea Friedel