Tarifreform kindgerecht und wirtschaftlich umsetzen – Mobilität von Grundschulkindern sichern

Schulkinder mit Hüten, die Hand in Hand gehen
Note Thanun/Unsplash

Der VGN plant, zum Jahreswechsel 2026/27 Streifenkarten und Entwerter abzuschaffen und den Ticketvertrieb stärker zu digitalisieren. Damit sollen das Tarifsystem vereinfacht und hohe Vertriebskosten eingespart werden. Für Grundschulkinder entsteht dadurch jedoch eine praktische Lücke: Sie verfügen in der Regel weder über ein eigenes Smartphone noch über ein eigenes bargeldloses Zahlungsmittel. Eltern können ihnen künftig auch keine Streifenkarte mehr mitgeben, die sie bei Bedarf selbst entwerten. Im Bus ist der Ticketkauf bereits heute nur noch bargeldlos möglich.

Damit wird es für Kinder deutlich schwieriger, Bus und Bahn selbstständig zu nutzen – etwa auf dem Weg zum Schwimmunterricht, zum Sportverein, zu Freund:innen oder zu anderen Freizeitangeboten. Die Tarifreform darf nicht dazu führen, dass ihre eigenständige Mobilität eingeschränkt wird.

Eine einfache Lösung könnte sein, Grundschulkinder im Nürnberger Stadtgebiet kostenfrei zu befördern, beispielsweise durch eine Anhebung der Altersgrenze für die unentgeltliche Beförderung. Ziel ist die Ermöglichung einer wirtschaftlichen und unkomplizierten Umsetzung der Tarifreform. Den erwarteten Einnahmeausfällen müssen deshalb die Einsparungen bei Vertrieb, Verkauf, Abrechnung und Kontrolle von Kinderfahrscheinen sowie durch den Wegfall von Streifenkarten und Entwertern gegenübergestellt werden.

Zudem prüft die Bayerische Staatsregierung derzeit eine Nachfolgelösung für das 365-Euro-Ticket und ein vergünstigtes Deutschlandticket für alle Schüler:innen. Mögliche Fördermittel des Freistaats müssen daher in die Nürnberger Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbezogen werden.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

  • prüft gemeinsam mit VAG und VGN die Kosten einer kostenfreien ÖPNV-Nutzung für alle Nürnberger Grundschulkinder ab 2027,
  • stellt den Einnahmeausfällen die möglichen Einsparungen bei Vertrieb, Abrechnung und Kontrolle von Kinderfahrscheinen sowie durch den Wegfall von Streifenkarten und Entwertern gegenüber,
  • berücksichtigt dabei bestehende und angekündigte Fördermöglichkeiten des Freistaats für Schüler:innentickets,
  • legt, sofern eine weitgehend kostenneutrale Umsetzung nicht möglich ist, rechtzeitig eine alternative, ohne eigenes Smartphone oder bargeldloses Zahlungsmittel nutzbare Lösung für Grundschulkinder vor.
Stadtrat Alexander Kahl

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Stadträtin Andrea Friedel, stellv. Fraktionsvorsitzende

Ihre Ansprechpartnerin:
Andrea Friedel