Die medizinische Versorgung von trans*, nicht-binären*, inter* und agender* Personen ist oft von Diskriminierung, Unsicherheit und erheblichen Versorgungslücken geprägt. Auch Betroffene aus Nürnberg berichten, dass es vor Ort an ausreichend spezialisierten Angeboten fehlt. Die Folge sind häufig monatelange oder sogar mehrjährige Wartezeiten auf Ersttermine bei Psychotherapeut:innen, Endokrinolog:innen oder weiteren Fachärzt:innen. Gleichzeitig sind viele Behandlungsangebote nicht vorhanden oder nur eingeschränkt verfügbar.
Insbesondere für Kinder und Jugendliche stellt dies eine erhebliche Belastung dar. Eine frühzeitige, leitliniengerechte und interdisziplinäre Begleitung kann entscheidend dazu beitragen, psychische Belastungen zu reduzieren und eine selbstbestimmte gesundheitliche Entwicklung zu ermöglichen.
Entsprechend besteht hier Handlungsbedarf: So empfehlen internationale und nationale Leitlinien eine interdisziplinäre, genderaffirmative Versorgung. Jedoch existieren bislang noch keine ausreichenden Strukturen. Hier könnte ein möglicher Ansatz die Prüfung eines beispielsweise gemeinnützig getragenen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) sein.
Ziel sollte sein, verschiedene Handlungsoptionen zu prüfen und gemeinsam mit den relevanten Akteur:innen ein Konzept zu entwickeln, wie die Stadt Nürnberg die medizinische Versorgungslage für trans*, nicht-binäre*, inter* und agender* Personen im Rahmen ihrer Möglichkeiten verbessern kann.
Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:
Die Verwaltung
- berichtet über den aktuellen Stand der medizinischen Versorgung von trans*, nicht-binären*, inter* und agender* Personen in Nürnberg sowie über die bestehende Versorgungslücken,
- prüft die Möglichkeiten zur Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums oder vergleichbarer Versorgungsstrukturen,
- prüft gemeinsam mit relevanten Akteur:innen, vor allem der queeren Community, verschiedene weitere Optionen, die die medizinische Versorgung von trans*, nicht-binären*, inter* und agender* Personen verbessern könnten und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln,
- identifiziert geeignete Förderprogramme auf verschiedenen Ebenen (Landes-, Bundes, europäische Ebene) und prüft die entsprechenden Möglichkeiten,
- berichtet dem zuständigen Ausschuss über die Ergebnisse der Prüfung sowie mögliche weitere Umsetzungsschritte.

Ihre Ansprechpartnerin:
Claudia Hammerbacher
