Umgang mit Totholz im Nürnberger Stadtgebiet

Gerodete Bäume
Annie Spratt/Unsplash

Totholz, also abgestorbene Bäume bzw. deren Teile, stellt einen essenziellen Bestandteil des Ökosystems dar. So trägt es – ob stehend oder liegend – einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt bei: 1400 der 5000 in Deutschland vorkommenden Käferarten sowie 1500 der über 5000 in Deutschland lebenden höheren Pilzarten sind auf Totholz angewiesen. Als Lebensraum trägt es maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zu einem stabilen ökologischen Gleichgewicht bei. Gleichzeitig fördert es durch seine langsame Zersetzung die Humusbildung und verbessert die Bodenfruchtbarkeit sowie den Wasserhaushalt.

Obwohl dieser Nutzen bekannt ist, sind viele unserer Wälder noch zu „aufgeräumt“. Zum Vergleich: In Bayern beträgt das Vorkommen von Totholz durchschnittlich 22 Kubikmeter/Hektar, in Natur- und Urwäldern sind es bis zu 389 Kubikmeter/Hektar.

Auch in Nürnbergs Grünanlagen sind oftmals abgestorbene Bäume zu sehen und beim Sturm Ende Juni wurden sehr viele Bäume im Marienbergpark in Mitleidenschaft gezogen, sind umgeknickt oder  wurden gar entwurzelt. Laut einer städtischen Pressemitteilung vom 3. Juli 2026 finden aktuell Sicherungsarbeiten statt, um weiter feststellen zu können, inwieweit die Vielzahl der umgestürzten Bäume Auswirkungen auf die Stand- und Bruchsicherheit auf die verbliebenen Bäume haben. Abhängig davon könnten weitere Fällungen oder Sicherungsschnitte notwendig werden.

Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels kommt Totholz daher eine wichtige Rolle für widerstandsfähige und naturnahe Wälder sowie Grünanlagen zu. Soweit Belange der Verkehrssicherheit nicht entgegenstehen, sollte sein Erhalt deshalb bei der Pflege und den notwendigen Sicherungsmaßnahmen grundsätzlich mitgedacht werden.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

Die Verwaltung

  • berichtet über den Umgang mit gefällten, umgestürzten Bäumen sowie abgestorbenen Teilen davon im Stadtbereich,
  • prüft die Möglichkeit, zumindest einen Teil der umgestürzten Bäume im Marienbergpark im Speziellen und in städtischen Grünanlagen im Generellen an geschützter Stelle – unter Wahrung der Verkehrssicherheit – als Totholz zu belassen.
Stadträtin Andrea Friedel, stellv. Fraktionsvorsitzende

Ihre Ansprechpartnerin:
Andrea Friedel