Mit der Straßenbahn in und durch die nördliche Altstadt – Altstadtquerung jetzt konkret voranbringen

Straßenbahn im Dunklen
Maxim Tolchinskiy/Unsplash

Nürnberg hat in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte beim Ausbau des Straßenbahnnetzes erzielt. Ein Neubauprojekt mit herausragendem verkehrlichem und volkswirtschaftlichem Potenzial ist dabei zuletzt jedoch aus dem Fokus geraten: die Straßenbahn-Altstadtquerung zwischen Hallertor und Rathenauplatz, die für die Menschen entlang des gesamten Straßenbahnnetzes erhebliche Vorteile brächte.

Der Nahverkehrsentwicklungsplan 2025+ weist für die Straßenbahn-Altstadtquerung zwischen Hallertor und Rathenauplatz einen außergewöhnlich hohen volkswirtschaftlichen Nutzen aus, der die Kosten um ein Vielfaches übersteigt: Mit einem Nutzen-Kosten-Faktor von 4,59 schneidet die Altstadtquerung deutlich besser ab als alle anderen derzeit diskutierten Straßenbahnprojekte in Nürnberg.

Dabei würde nicht nur die nördliche Altstadt von diesem Projekt profitieren: Mit der Altstadtquerung entstünden zahlreiche neue umsteigefreie Direktverbindungen durch das gesamte Stadtgebiet, etwa von Erlenstegen zum Plärrer oder vom Westfriedhof zum Rathenauplatz. Darüber hinaus würde eine zusätzliche Ost-West-Achse die Betriebsstabilität des gesamten Straßenbahnnetzes deutlich erhöhen und Störungen wesentlich besser abfedern – ein spürbarer Gewinn an Zuverlässigkeit und Flexibilität für alle Fahrgäste.

Zugleich bietet der Bau der Straßenbahn die Chance, zentrale Straßenzüge in der Altstadt aufzuwerten, den lokalen Einzelhandel zu stärken sowie Aufenthalts- und Wohnqualität durch weniger Lärm, weniger Kfz-Verkehr und mehr Grün nachhaltig zu verbessern. Erste Untersuchungen hierzu liegen bereits seit 2012 vor und können als Grundlage für eine vertiefte Weiterentwicklung dienen (vgl. auch Nahverkehrsentwicklungsplan 2025+).

Zusätzliche verkehrliche Chancen

Weitere Potenziale ergeben sich durch den Aufbau einer sogenannten Hochschullinie, die über kurze Neubaustrecken die Hochschulstandorte in Erlangen (nach Realisierung der Stadt-Umland-Bahn), am Rathenauplatz, in Wöhrd und Dürrenhof sowie in Lichtenreuth miteinander verbindet. Ebenfalls ist die ersehnte Reaktivierung der Straßenbahngleise in der Pirckheimer Straße in diesem Zusammenhang zu betrachten. Auch diese Projekte sind Bestandteil des ÖPNV-Maßnahmenpakets 2030 der VAG und stehen in einem engen funktionalen Zusammenhang mit der Altstadtquerung.

Als grüne Stadtratsfraktion sehen wir die Altstadtquerung als zentrales Leitprojekt für die weitere Entwicklung des Nürnberger Straßenbahnnetzes und der nördlichen Altstadt. Angesichts ihres außergewöhnlich hohen Nutzens, ihrer Bedeutung für die Netzstabilität und ihrer positiven Effekte für die Stadtentwicklung ist es aus unserer Sicht erforderlich, die Planungen nun entschlossen voranzubringen.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt,

  • die Straßenbahn-Altstadtquerung zwischen Hallertor und Rathenauplatz als prioritäres Leitprojekt der weiteren Straßenbahnentwicklung zu behandeln und deren verkehrliche, betriebliche und stadtentwicklungspolitische Bedeutung zu bewerten,
  • den aktuellen Planungs- und Untersuchungsstand zur Altstadtquerung, zur Reaktivierung der Gleise in der Pirckheimer Straße sowie zur Hochschullinie gebündelt darzustellen und die jeweiligen Synergien aufzuzeigen,
  • mögliche Strecken- und Betriebsvarianten für die Altstadtquerung sowie deren Auswirkungen auf Reisezeiten, Umsteigefreiheit und Netzstabilität darzustellen,
  • die zu erwartenden Kosten und Fördermöglichkeiten (einschließlich realistischer Förderquoten) zu erläutern,
  • einen konkreten Zeit- und Meilensteinplan für die nächsten Planungsschritte vorzulegen.
Stadtrat Alexander Kahl

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Stadtrat Mike Bock

Ihr Ansprechpartner:
Mike Bock