Obst und Gemüse

Konzept zur Eindämmung von Lebensmittelverschwendung

Nicht erst seit der Aktion von Pater Jörg Alt ist hinlänglich bekannt, dass in Nürnberg zu viele wertvolle Lebensmittel weggeworfen werden. Dabei handelt es sich oft um Nahrungsmittel aus Bäckereien oder Supermarkt-Frischeregalen, die nach Geschäftsschluss in den Tonnen landen – letztlich werden aber auf allen Stationen vom Feld bis zum tatsächlichen Verzehr Unmengen weggeworfen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig, unter anderem, weil ein Großteil der Bevölkerung davon ausgeht, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum auch dem Wegwerfdatum entspricht. Hinzu kommt, dass es generell an Infrastruktur für Unternehmen, Verbraucher*innen, aber auch für Initiativen der Lebensmittelrettung mangelt.

Trotz dieser Defizite rettet die Initiative foodsharing seit Jahren große Mengen an Nahrungsmitteln. Von 2018 bis 2020 hat sie bei knapp 30.000 Rettungseinsätzen rund eine halbe Tonne Lebensmitteln von insgesamt nur 68 teilnehmenden Nürnberger Betrieben gerettet.

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgenden Antrag:

  • Die Stadt Nürnberg tritt der Initiative Städte gegen Food Waste bei.
  • Die Stadt Nürnberg setzt sich über den Städtetag für eine zügige Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten gesetzlichen Rahmenbedingungen ein. 
  • Die Verwaltung erstellt ein Gesamtkonzept, wie die Stadt Nürnberg in den nächsten Jahren die Lebensmittelverschwendung im Stadtgebiet mit ihren Möglichkeiten proaktiv minimieren will.
  • Die Verwaltung ruft einen Runden Tisch Lebensmittel/Ernährung und Landwirtschaft ins Leben.
  • Die Verwaltung lädt Vertreter*innen einer Initiative aus dem Foodsharing-Bereich im zuständigen Ausschuss ein.
  • Die Stadt Nürnberg sowie ihre Töchter stellen bei sämtlichen Veranstaltungen übrig gebliebene Lebensmittel zur Rettung zur Verfügung. Es dürfen keine genießbaren Lebensmittel mehr weggeworfen werden.
  • Die Stadt, ihre Töchter sowie die Messe Nürnberg kooperieren mit Lebensmittelrettern.
  • Die Verwaltung richtet testweise über den Zeitraum von mindestens zwei Jahren ein – für alle Bürger*innen – gut erreichbares sogenanntes Lebensmittel-Outlet ein, in dem gerettete Lebensmittel zu einem symbolischen Preis verkauft werden.
    • In diesem Zusammenhang prüft sie die Zusammenarbeit mit Initiativen wie foodsharing, Lebensmittelretter etc. und tritt mit Discountern und Supermarktketten in Kontakt, um eine Verwendung für ablaufende bzw. abgelaufene Waren zu finden.
    • Des Weiteren prüft sie im Sinne der Lebensmittelhygiene die Einrichtung von sogenannten öffentlichen Verteilstationen für übriggebliebene Lebensmittel.

Ihr Ansprechpartner:
Kai Küfner

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