Paul Arzten, Stadtrat

Foto: Sebastian Lock

7 Fragen an: Paul Arzten

Wie bist du zur Politik gekommen und was machst du sonst so im „normalen“ Leben?
„Nach der Bundestagswahl 2017 und dem Einzug der rechtspopulistischen AfD wusste ich, dass es Zeit ist sich einer demokratischen Partei anzuschließen. Schon seit Beginn meines politischen Interesses konnte ich mich mit den Themen von Bündnis 90 / Die Grünen wie z.B. Frauenförderung, Diversität, Bewahrung der Schöpfung / Klimaschutz und Schulbildung identifizieren. So bin ich Mitglied der Partei geworden und habe Stück für Stück einen Einblick in das Parteileben bekommen und festgestellt, dass ich durch mein Handeln die Welt zu einem besseren Ort machen kann.“

Was sind deine Schwerpunkte als Stadtrat und warum?
„Mein Schwerpunkt liegt im Bereich Sport, Gesundheit und Schulbildung. Nicht zuletzt bin ich schulpolitischer Sprecher unserer Fraktion. Durch meinen späteren Beruf als Religionslehrer bietet sich das an. Ich beschäftige mich schon länger mit freien und reformpädagogischen Schulen. Dadurch wurde ich Teil der Organisation „Schule im Aufbruch Bayern“,  die stetig daran arbeitet, Schule neu zu denken und diese dabei zu unterstützen.“

Für was stehst du?
„Ich stehe für ein junges, modernes und weltoffenes Nürnberg, welches sich aufgeschlossen und innovativ gegenüber Menschen, Bildung und Wissenschaft zeigt. Ich liebe es mit Menschen in einen Dialog zu treten, zuzuhören und Probleme aktiv zu lösen.“

Was macht dir als Stadtrat besonders Spaß, was stört dich am Politiker-Dasein?
„Durch die Arbeit als Stadtrat habe ich einen Einblick in die Entscheidungsprozesse der Stadt. Mich stört am meisten, dass sich die Veränderungen, die Anträge und die Anliegen der Bürger*innen, nur schleppend umsetzen lassen. Manchmal bin ich dann doch etwas zu ungeduldig.“

Siehst du manche Dinge in Nürnberg mit anderen Augen seitdem du Stadtrat bist?
„Ich sehe die viele Arbeit, die ein Stadtrat oder eine Stadträtin vor sich hat und ich muss sagen das Pensum ist immens.“

Was fehlt Nürnberg oder wovon hat es zu viel? Was ist das Liebenswerte an Nürnberg?
„Man kann schnell alles an einer Stadt kritisieren und bemängeln. Ich finde Nürnberg hat eine hohe Clubdichte und viele Orte für die freie Kunstszene. Ich finde, dass Strecken mit dem Fahrrad oftmals schneller erreichbar sind als mit dem Auto und genau ab dann beginnen die Probleme. Ich würde es mir wünschen, dass Nürnberg sein Radwegenetz deutlich ausbaut und verbessert. Es ist teilweiseerschreckend wiekompliziert es ist, von A nach B zu kommen. Ich finde die Franken sind hart aber herzlich, d.h. sie brauchen etwas Zeit, um mit neuen Menschen und Situationen warm zu werden, aber dann, wenn die Nürnberg*innen sich daran gewöhnt haben, sind sie wie gesagt herzlich.“

Wer ist deine Held*in und warum?
„Das ist schwer zu beantworten. Denn mir würden zwei unterschiedliche Typen von Held*innen einfallen. Einmal die Fiktiven, dann würde ich definitiv Spiderman als solchen betiteln, der zugleich clever und humorvoll ist. Und dann die Held*innen aus dem „normalen“ Leben. Hier wäre Magret Rasfeld zu nennen, die mit der Evangelischen Schule Berlin Zentrum eine Schule des 21. Jahrhunderts geschaffen hat. Michael Ende, der in seinen Geschichten die Außenseiter*innen zu Held*innen macht oder Karamba Diaby, weil er als einziger People of Color im deutschen Bundestag sitzt.“

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