gem. PM: Grüne fordern Trinkerstube und mehr soziale Angebote für die Südstadt

Verpackungen, Flaschen und benutzte Spritzen, die auf Boden liegen
Jonathan Gonzalez/Unsplash

Gewalt, Lärm, Vermüllung, offener Alkohol- und Drogenkonsum sowie öffentliches Urinieren und Defäkieren: Die Situation am Aufseßplatz wird immer problematischer. Auch wenn Stadtverwaltung und Polizei mittlerweile verschiedene Maßnahmen wie verstärkte Präsenz, vermehrte Kontrollen, die Einrichtung einer Alkoholverbotszone und zuletzt die Installation eines 360-Grad-Videoüberwachungswagens ergriffen haben, bleibt der Erfolg bislang aus. Vielmehr scheint es sogar, dass sich die Probleme unter anderem in Richtung Kopernikusplatz verlagern.

Daher fordern nun die Stadtratsfraktion B‘90/DIE GRÜNEN – Volt und der grüne Ortsverband Nürnberg Südstadt weitere konkrete Schritte, um die Situation vor Ort nachhaltig zu verbessern. Vorschläge wie zielgruppenspezifische Streetwork, alternative Aufenthaltsmöglichkeiten, Konfliktmanagement und einen akzeptanzorientierten Trinkraum, die bereits im Sicherheitsbericht 2025 benannt wurden, müssen nun zügig und zielgerichtet weiterverfolgt werden:

„Es reicht nicht, die Situation weiter zu beobachten. Polizei und Ordnungsmaßnahmen allein können die sozialen Ursachen nicht lösen“, erklärt Andrea Friedel, sozialpolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion Grüne-Volt. „Wir brauchen niedrigschwellige Angebote, die die betroffenen, oft suchtkranken, Menschen tatsächlich erreichen und zugleich den öffentlichen Raum entlasten. Eine akzeptanzorientierte Trinkerstube ist dabei ein zentraler Baustein.“

Auch die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen sollen ausgewertet werden: „Stadt und Polizei haben bereits einiges unternommen. Trotzdem ist die Situation bei weitem nicht gelöst“, sagt Claudia Hammerbacher, sicherheitspolitische Sprecherin. „Wir müssen deshalb prüfen, welche Maßnahmen tatsächlich wirken, welche Erfahrungen mit einer Alkoholverbotszone und Videoüberwachung gemacht werden und wo weitere Schritte notwendig sind. Entscheidend ist, Probleme zu lösen und nicht lediglich an den nächsten Ort zu verschieben.“

Gerade diese Verlagerung zum südlich angrenzenden Kopernikusplatz erlebt Kathrin Seifert, Vorsitzende des grünen Ortsverbands Südstadt, als Anwohnerin unmittelbar: „Ich sehe täglich, wie sich die Situation am Kopernikusplatz verschärft. Anwohner:innen und Gastronom:innen berichten immer wieder von offenem Drogenkonsum, Verunreinigungen, Lärm und Auseinandersetzungen direkt vor dem Geschäft bzw. der Haustür. Es darf nicht passieren, dass sich die Probleme vom Aufseßplatz einfach zum Kopernikusplatz und weiter in den Annapark verlagern. Wir brauchen endlich eine gemeinsame Lösung, die für das ganze Quartier funktioniert.“

Dabei soll auch die anstehende Umgestaltung des öffentlichen Raums genutzt werden. „Mit der Stadterneuerung im Quartier Annapark und der Südstadt.Klima.Meile haben wir die Chance, den Kopernikusplatz und sein Umfeld neu zu denken und beispielsweise Beete und Sitzbänke anders anzuordnen“, erklärt Alexander Kahl, Sprecher für den öffentlichen Raum und ebenfalls Bewohner der Südstadt. „Mehr Grün und Aufenthaltsqualität gehören genauso dazu wie soziale Infrastruktur und die Frage, wie unterschiedliche Nutzungen dauerhaft miteinander funktionieren können.“

Mit ihrem Antrag fordert die Stadtratsfraktion B‘90/DIE GRÜNEN – Volt deshalb einen aktuellen Bericht von Stadtverwaltung und Polizei zu den bisherigen Maßnahmen, die konkrete Vorbereitung einer akzeptanzorientierten Trinkerstube, weitere soziale Angebote, eine Bewertung der bisherigen ordnungspolitischen Instrumente sowie ein Vorgehen, das Verlagerungseffekte konsequent verhindert und die anstehenden Planungen rund um Kopernikusplatz und Annapark einbezieht.

Stadtrat Alexander Kahl

Ihr Ansprechpartner:
Alexander Kahl

Ihre Ansprechpartnerin:
Claudia Hammerbacher

Stadträtin Andrea Friedel, stellv. Fraktionsvorsitzende

Ihre Ansprechpartnerin:
Andrea Friedel